Liste



Die Toten Hosen: Dies sind ihre 20 besten Singles


von

>>>ROLLING-STONE-AUSGABE 05/22 MIT EXKLUSIVER DIE TOTEN HOSEN VINYL-SINGLE – HIER BESTELLEN

40 Jahre Die Toten Hosen! Dass die Band dieses Jubiläum mit einem neuen Best-Of-Album feiert, ist ebenso konsequent wie die Tatsache, dass es sich dabei nicht um das erste Best-of-Werk handelt, kamen doch in vier Dekaden mehr als genug Hits zusammen.

Als Tribut an Campino, Breiti, Kuddel, Andi sowie Wölli (†) und Trini hören wir uns an dieser Stelle durch die Singleauskoppelungen der Band und küren die zwanzig besten Singles.

20. „Warum werde ich nicht satt“ (2000)

Walking Bass, Bläsersätze, jede Menge Dramatik: Auf „Warum werde ich nicht satt“, der vierten Single von „Unsterblich“, zeigten sich die Hosen musikalisch ganz ungewohnt. Kapitalismuskritik mit jeder Menge Swing — und Campino, der im zugehörigen Video einen perfekten Yuppie mimt!

19.  „Reisefieber“ (1982)

„Die Nordsee schlägt dir ins Gesicht / Trotzdem hast du verloren / Du bist nicht weit gekommen“, singt Campino in „Reisefieber“, dazu gibt’s die Hosentypischen oh-oh-ohs. Für die Band ging es in ihrem karrieretechnischen Reisefieber glücklicherweise deutlich weiter als nur zur Nordsee — dafür legten sie hier den Grundstein. „Reisefieber“ war die zweite Single des Debüts „Opel-Gang“. Macht auch heute noch großen Spaß.

18. „Ich bin die Sehnsucht in Dir“ (2004)

„Ich bin die Sehnsucht in Dir“ beschreibt den akustischen Status Quo der Hosen nach „Unsterblich“ ganz gut. Die Band wurde wieder ein wenig rockiger, manchmal auch düsterer, die Gitarren experimentierten hier und dort mit Dissonanzen. „Ich bin die Sehnsucht in dir“ ist ein gutes Beispiel für diese Phase — und der beste Song des Albums „Zurück zum Glück“.

17. „Tage wie diese“ (2012)

2012 schafften die Hosen mit „Tage wie diese“ einen Megahit. Delay-Gitarre, Hookline nach Hookline, kolossaler Chorus, Carpe-Diem-Text. Für viele war das zu nah am Deutschpop beziehungsweise am Schlager — und auch, dass die CDU das Stück für ihren Wahlkampf nutzte, fanden längst nicht alle punk. Wie dem auch sei: „Tage wie diese“ ist perfekter Pop-Rock in Ultra-HD – und gab den Hosen Anfang der 2010er-Jahre ordentlich Aufwind.

16. „Pushed Again“ (1998)

Klar, bei den Hosen geht auch im Ausland ein deutschsprachiger Song. Aber weil man ja international denkt (und Campino sowieso auch halber Engländer ist), veröffentlichte die Band immer wieder mal auf Englisch. Zum Beispiel die Compilation „Put Your Money Where Your Mouth Is“ — oder eben 1998 den den Kracher „Pushed Again“. Bei der Textüberarbeitung half der alte Hosen-Buddy und Punklegende TV Smith.

15. „Carnival in Rio (Punk was)“ (1991)

„Dad, what was Punkrock“, fragt zu Beginn des Stücks eine Kinderstimme in heftigem britischen Akzent. Das hier, mein Sohn, war Punkrock — als die Hosen Anfang der 1990er Posträuber Ronnie Biggs in Rio besuchten, um mit ihm für ihre Geschichtsstunde „Learning English, Lesson One“ das Stück „Carnival in Rio (Punk was)“ aufnahmen. Ein großer Spaß, immer noch.

14. „Schön sein“ (1999)

Gesellschaftsbeobachtung á la DTH: „Schön sein“ war die erste Single aus dem Album „Unsterblich“ und wurde von Campino gemeinsam mit Funny von Dannen geschrieben. Unvergesslich auch das Video mit Ben Becker.

13. „Paradies“ (1996)

„Ich will nicht ins Paradies / Wenn der Weg dorthin so schwierig ist“: Auf „Opium fürs Volk“ behandelte die Band ausgiebig die Themen Sinnsuche und Religion. Das geht mit dem „Vater unser“-Intro los, geht bei „Die zehn Gebote“ weiter und setzt sich in der Single „Paradies“ fort.

d

12. „Nichts bleibt für die Ewigkeit“ (1995)

Introspektiv geht es auch auf „Nichts bleibt für die Ewigkeit“ zu, in der sich Campino (der kurz davor als Gast in einem Kloster gelebt hatte) dem Thema Vergänglichkeit annimmt.

11. „Freunde“ (2005)

Die Hosen sind nicht nur eine Band, sie sind eine Gang. Das waren sie immer und werden sie immer sein. Und zwar bis sie alle in der bandeigenen Grabstätte beerdigt werden. „Freunde“ ist ein Freundschaftsschwur, ein Tribut an das Erlebte und die gegenseitige Versicherung, das es weitergeht und sogar noch besser werden wird.


Mehr zum Thema


10. „Steh auf, wenn du am Boden bist“

Eine Durchhalteparole in Songform: „Steh auf, wenn du am Boden bist“ erschien 2002 auf „Auswärtsspiel“ und sorgt live für jede Menge Wohlgefühl.

9. „Bonnie & Clyde“ (1996)

Der vertonte DTH-Roadmovie, eine Ode an das ewige Gangsterpärchen und ans Outlawleben — mit ikonischem Text und der für viele nicht ganz unkontroversen Textzeile „Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um, wenn es nicht mehr anders geht“.

8. „Nur zu Besuch“ (2002)

Im Stück „Nur zu Besuch“ behandelt Campino den Tod seiner Mutter — und spricht in dem Stück direkt zu ihr.  „Und es kommt immer noch Post, ganz fett adressiert an dich / Obwohl doch jeder weiß, dass du weggezogen bist“, heißt es darin etwa.

7. „Alles Aus Liebe“ (1993)

„Ich würde dir gern sagen, wie sehr ich dich mag / Warum ich nur noch an dich denken kann / Ich fühl mich wie verhext und in Gefangenschaft / Und du allein trägst Schuld daran“: Es beginnt alles so harmlos verliebt in „Alles aus Liebe“. Wie die Lovestory ausgeht, wissen wir seit der auf „Kauf mich“ enthaltenen Single ja: „Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist / Und bringe uns beide um“, singt Campino. Dann hört man Schüsse.

6. „Liebesspieler“

Absoluter Hosen-Klassiker — und mit Abstand das beste Stück des Zweitlingswerks „Unter falscher Flaagge“.

5. „All die ganzen Jahre“ (1990)

Erschienen 1990 auf dem Doppelalbum „Kreuzzug ins Glück“, gehört „All die ganzen Jahre“ zu den wichtigsten Stücken der Bandgeschichte.

4. Unsterblich (2000)

„Mit dir hab ich das Gefühl / dass wir heut nacht unsterblich sind“: eine der größten Toten-Hosen-Balladen überhaupt.

3. „1000 gute Gründe“

Auf „1000 gute Gründe“ setzten sich die Hosen mit dem Konzept von Heimat auseinander. „Es gibt tausend gute Gründe / Auf dieses Land stolz zu sein / Warum fällt uns jetzt auf einmal / Kein einziger mehr ein?“, heißt es darin. „1000 Gute Gründe“ ist eines der besten politischen Stücke, das die Band je verfasste.

2. „Wünsch dir was“ (1993)

„Es kommt die Zeit in der das Wünschen wieder hilft“: Platz zwei geht an „Wünsch dir was“, erschienen auf „Kauf mich!“.

1. „Hier kommt Alex“

„In einer Welt in der man nur noch lebt / Damit man täglich roboten geht / Ist die größte Aufregung, die es noch gibt / Das allabendliche Fernsehbild“… Das beste Hosen-Lied aller Zeiten, geschrieben für eine Bühnenversion von „A Clockwork Orange“ und längst der Hosen-Klassiker überhaupt: Mit „Hier kommt Alex“ bewies die Band Ende der 1980er, was sie konnte.

Die Toten Hosen: Wie ihr Riesenhit „Hier kommt Alex“ entstand