Die zehn erfolgreichsten Singles von Rammstein


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Gleich mit ihrem Debütalbum „Herzeleid“ aus dem Jahr 1995 haben sich Rammstein in der deutschen Musiklandschaft etabliert. Ihren internationalen Durchbruch wiederum haben Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Christian „Flake“ Lorenz, Oliver Schneider und Oliver Riedel dem Regisseur David Lynch zu verdanken: Der nahm mit „Heirate Mich“ und „Rammstein“ zwei Songs der Band auf seinen Soundtrack zum Film „Lost Highway“.

Seit Jahren treten Rammstein mit ihre spektakulären, theatralischen Shows in den Stadien auf der ganzen Welt auf. Grund genug, einen Blick darauf zu werfen, wie es Rammstein in ihrer Heimat mit Single-Veröffentlichungen so ergangen ist. In unserer Top-Ten-Liste berücksichtigen wir Chartsplatzierungen sowie die Verweildauer in den Charts.

Die zehn erfolgreichsten Singles von Rammstein

10. Du Hast (1997, „Sehnsucht“) – Platz 5

„Du / Du Hast / Du Hast Mich“ – durch diese Textzeile lernten etliche Rammstein-Fans auf der ganzen Welt Deutsch. Auch heute ist es auf Rammstein-Konzerten zwischen Mexico City und Moskau jenes Stück, das der Großteil der Fans fehlerfrei mitsingen kann. „Du Hast“ erschien auf dem Album „Sehnsucht“ und wurde im Juli 1997 als Single ausgekoppelt. Es blieb insgesamt elf Wochen in den deutschen Singlecharts – und erreichte den fünften Platz.

9. „Das Modell“ (1997, „Originale Singles Kollektion“) – Platz 5

1997 veröffentlichten Rammstein das Kraftwerk-Cover „Das Modell“, das 1997 auf der Sammlung „Originale Singles Kollektion“ erschien. Als B-Seite der Single war das bislang unveröffentlichte Stück „Kokain“ enthalten – dazu gab es ein Rammstein-Computerspiel. Ein Video zur Single wurde zwar gedreht, aber erschien nie – angeblich, weil es zu viele Parallelen zum Unfalltod von Lady Diana am 31. August 1997 aufwies. „Das Modell“ erreicht Platz fünf der deutschen Singlecharts und hielt sich dort insgesamt 13 Wochen.

8. Radio (2019, „Rammstein“) – Platz 4

„Radio“ war die zweite Single des 2019 erschienenen Longplayers „Rammstein“. Während die Band im Video des ersten Singleauskoppelung „Deutschland“ noch die Geschichte Deutschlands auf cineastische Weise durchexerzierte, war das Video zu „Radio“ in Scharz-Weiß und im Stile der 1930er gehalten. Die Band sendet via Volksempfänger – und spielt nicht nur auf Nazi-Deutschland, sondern auch auf die DDR an. Das sorgte für einen vierten Platz in den deutschen Singlecharts – und einer Verweildauer von sieben Wochen.

7. Engel (1997, „Sehnsucht“) – Platz 3

„Erst wenn die Wolken schlafen gehen / Kann man uns am Himmel sehen“: Mit „Engel“ schufen Lindemann, Kruspe & Co. einen ihrer Klassiker, ohne den heute noch kein Rammstein-Konzert auskommt. Für das Video ließen sich die Berliner kräftig vom Tarantino/Rodriguez-Film „From Dusk Til Dawn“ inspirieren – MTV war das damals zuviel Gewalt, Schlangen und nackte Haut: Der Sender boykottierte das Video. Rammstein rächten sich auf etwas fragwürdige Weise. Beim Hurricane-Festival im Jahr desselben Jahres musste ein MTV-Manager dran glauben – Rammstein fesselten ihn, befestigten eine Rauchbombe an seinem Bein – und ließen diese hochgehen. „Engel“ verblieb 25 Wochen in den Singlecharts – der Höhepunkt war der dritte Platz.

6. „Ausländer“ („Rammstein“, 2019) – Platz 2

Ich bin kein Mann für eine Nacht / Ich bleibe höchstens ein, zwei Stunden / Bevor die Sonne wieder lacht / Bin ich doch schon längst verschwunden / Und ziehe weiter meine Runden / Ich bin Ausländer“, singt Till Lindemann in der dritten Singleauskoppelung des selbstbetitelten Albums. Untermauert wurde dies durch ein Leinwandspektakel, bei dem Rammstein als Kolonialisten in Afrika landen – eingeborenen Frauen mit nackten Brüsten inklusive. Rammstein-Gegner sprachen einmal mehr von geschmacklosen Klischees, den Fans gefiel’s: „Ausländer“ blieb neun Wochen in den Charts und erreichte Platz zwei.

5. Mein Teil (2004, „Reise Reise“) – Platz 2

In „Mein Teil“ nahmen sich Rammstein dem Thema Kannibalismus an – genauer gesagt dem „Kannibalen von Rottenburg“, Armin Meiwes. Damit überschritten sie mal wieder gekonnt die Grenzen des vermeintlichen akzeptablen Geschmacks. „Die stumpfe Klinge gut und recht / Ich blute stark und mir ist schlecht / Muss ich auch mit der Ohnmacht kämpfen / Ich esse weiter unter Krämpfen“ heißt es im Stück. Das Stück war für Rammstein voller Erfolg: Es hielt sich zehn Wochen in den Singlecharts und erreichte Platz 2.

 

4. „Sonne“ (2001, „Mutter“) – Platz 2

Noch so ein Rammstein-Klassiker: „Sonne“ erschien 2001 als erste Singleauskopplung des Longplayers „Mutter“. Legendär auch das Video, in dem Rammstein als sieben Zwerge, die in einer Goldmine für Schneewittchen schuften müssen. „Sonne“ erreichte Platz zwei und blieb zwölf Wochen in den Charts.

3. „Amerika“ (2004, „Reise Reise“) – Platz 2

We’re all living in Amerika / Amerika ist wunderbar“: Dass Rammstein auch auf Englisch funktioniert, wissen wir spätestens seit dem Depeche-Mode-Cover „Stripped“ aus dem Jahr 1998. „Amerika“ setzte noch eins drauf. Das Ergebnis: 13 Wochen in den deutschen Singlecharts – und kletterte auf Platz zwei.

2. „Pussy“ (2009, „Liebe Ist Für Alle Da“) – Platz 1

2009 veröffentlichten Rammstein den Song „Pussy“ als Single – mit dem „Rammlied“ als B-Seite. Dass bei dem Song eindeutig zweideutig zugehen würde, zeigte bereits der Titel – natürlich sorgen Textzeilen wie „Too big, too small /Size does matter after all / Zu groß, zu klein / Er könnte etwas größer sein“  und nicht zuletzt die lakonische Frage im Refrain „You’ve got a pussy / I have a dick / So, what’s the problem?“ für genügend Reibefläche und Aufmerksamkeit. „Pussy“ erreichte Platz eins– und blieb elf Wochen in den Charts.

1. Deutschland (2019) – Platz 1

Die Singleauskopplung des 2019 erschienen, selbstbetitelten Albums hielt sich 22 Wochen in den deutschen Charts – und stieg auf Platz eins ein. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung spielten Lindemann & Co. geschickt mit der PR-Maschine, indem sie einen Ausschnitt des Videos präsentierten, in welchem sie mit KZ-ähnlichen Uniformen an einem Galgen standen. Der ganze Kontext dieser Aufnahme zeigte sich erst im ganzen Video  – die Band generierte damit aber gekonnt einen Skandal – und rührte so ordentlich die PR-Trommel für ihr aktuelles Album (das wenig überraschend im gesamten deutschsprachigen Raum den ersten Platz der Charts belegte).