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Dschungelcamp, Tag 2: Klötze in der Buxe

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Dschungelcamp, Tag 2: Klötze in der Buxe

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Nach dem Dschungel hier: Wie geht‘s mit dem David weiter?“ fragt Ricky Harris in der Nacht, auf einem Baumstamm sitzend. Und David Ortega antwortet: „Ganz ehrlich: Ich mach einen Burger-Laden auf. Ketchup-Burger. Vegan Style. Die Veganer sind so ein Volk, die sind intelligent.“ So ketchupburgert der tumbe David im australischen Busch unsere Zeit zusammen. Einst wollte er Gentechnologe werden („bis zu meinem 18. Lebensjahr“), um die Köpfe seiner Eltern und Großeltern einzufrieren und irgendwann aufzutauen, wann die Forschung so weit ist. Er wollte als Arzt gern Millionär werden, aber jemand sagte ihm, dass das nicht geht. Jetzt ist er im Dschungelcamp. Gunter Gabriel setzt sich auf seiner Pritsche auf. „Redest du in der Nacht über deine Mutter oder was? Ich liebe dich, aber du bist verrückt.“ Und David so: „Wir sind hier alle verrückt.“

Mehr noch als Menderes ist David ein Kind des Was-mit-Medien-Machens. Auch Ketchup-Burger ist ein Medium. David Ortega selbst ist ein Medium: Alles geht unverdaut durch ihn. Es gibt keinen Beruf mehr, es gibt nur noch das Ich, das schief in die Welt gestellt ist. Menderes hat ungeschickt angedeutet, dass er mit 29 Jahren noch Jungfrau ist. Das bringt Thorsten auf: „Du musst doch Klötze in der Buxe haben!“ Er ist fassungslos. „Du hast Dinge da unten!“ schäumt er, und das Bedürfnis sei „wie Pinkeln“. Es habe sich „noch nicht ergeben“, verteidigt sich Menderes. Oft werde vermutet, dass er „vom anderen Ufer“ sei. Aber Menderes kommt von einem Ufer, das ganz weit draußen ist. Neben Schneewitchen Nathalie sitzend, bleibt er vollkommen starr und blickt geradeaus. Nathalie gibt bald auf. „Als Frau einem Mann das Flirten beizubringen – das ist nicht so mein Ding, sag ich mal.“ Man weiß nicht, was Nathalies Ding ist. Lippenstift ist ein Ding. Herumsitzen ist ein Ding. Es sind wenige Dinge.

Menderes Bagci (l.) erzählt Thorsten Legat, dass er noch Jungfrau ist.
Menderes Bagci (l.) erzählt Thorsten Legat, dass er noch Jungfrau ist.

Sophia erzählt von ihrem Zuhälter-Ehemann und weshalb sie eine ehrbare Frau wurde: Sie wollte einfach nicht immer für eine Prostituierte gehalten werden. Der Mann wurde dann verhaftet: „Dann hat es geklingelt, und dann kamen Hunde und Hunderte Polizisten rein.“ Das Lager ist fasziniert. Unter dem Deckmantel des Kümmerns attackiert Sophia die Konkurrentin Jenny: Deren Mann habe auf dem Flug nach Australien VIEL Alkohol getrunken, auch am Flughafen. Das sei doch bestimmt schwierig für die trockene Alkoholikerin Jenny Elvers. Alles gut, sagt Jenny: Wenn in ihrem Umfeld getrunken werden, dann sei das kein Problem für sie. Sophia sei ja auch gar nicht dabei gewesen. Nee, aber sie sei gut vernetzt, sagt Sophia. Die Art, wie Jenny auflacht, signalisiert sofort, dass sie diese Frauen und diese Masche kennt. Auch im Dschungel ist es dasselbe.

Ab morgen mehr Sport!

Jenny Elvers hat das Problem, dass sich ihre verschiedenen Legenden überschneiden: Sie hat so viele Geschichten, dass sie nicht mehr als kohärente Person erscheint. Sie war Groupie, sie war Heidekönigin, sie war Ehefrau, sie war Ex-Ehefrau, sie war Alkoholikerin, sie war eine Art Schauspielerin, sie war zweimal im „Playboy“, sie war immer irgendwie da. Vielleicht ist sie 43, und sie ist immer noch da. Sie hat tiefe Ringe unter den Augen, sie sieht nicht aus wie auf den Fotos im „Playboy“.

Gunter Gabriel hat nur eine Legende: Er war 25 Jahre lang mit Johnny Cash befreundet. Das erzählt er noch nicht seit 25 Jahren, aber schon sehr lange. Johnny Cash hat ihn angerufen. Und zehn Tage vor Johnnys Tod war er, Gunter, noch in Nashville zu Besuch. Ricky Harris wusste das noch nicht. David Ortega wusste es noch nicht. Und Brigitte Nielsen wusste es auch nicht. Jetzt wissen sie es. „Incredible“, sagt Brigitte. David weiß nicht, wer Johnny Cash war, aber er kann sich den Namen jetzt merken, weil „Cash“ ja „Geld“ bedeutet. Alle sind sich darin einig, dass der Gunter jetzt aufgetaut ist. Dabei war Gunter nie gefroren. „Er ist DA!“, freut sich Brigitte. Und es stimmt schon: „Ab morgen mache ich mehr Sport“, sagt Gunter.

Aber er wird morgen noch einmal von Johnny Cash erzählen.

Gunter Gabriel
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Stefan Meine /RTL
RTL / Stefan Menne Stefan Menne +49 172 2701799
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