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Einer für Alle: Udo Lindenberg im Interview

Am 03. Juni spielte Udo Lindenberg für MTV ein Unplugged-Konzert, mit hochkarätigen Gästen wie Jan Delay, Max Herre und Inga Humpe. Gesehen hat es bisher leider fast keiner – außer den Gästen des Konzerts natürlich und denjenigen, die tatsächlich Geld für den ehemaligen Musiksender bezahlen.

Gut also, dass das Konzert am kommenden Wochenende erst einmal als Album veröffentlicht wird, bevor dann ab dem 14. Oktober die DVD in den Regalen steht. Torsten Groß sprach für den ROLLING STONE mit Udo Lindenberg im Hotel Atlantic, doch zuvor gibt es noch einen exklusiven Trailer des Konzerts mit Lindenbergs Song „Ein Herz kann man nicht reparieren“, im Duett mit der bereits erwähnten Frau Humpe.

Natürlich ist alles genau so, wie man sich das vorstellt. Die sogenannten Likörelle zieren die Wände, das sanfte Gedudel des Bar-Pianisten erfüllt den Raum. Und wenn der Mann „Desperado“ spielt, hört man im Kopf nicht Don Henley, sondern Lindenberg und seine 1979er-Version des Eagles-Klassikers. Würde jetzt und hier seine Stimme erklingen, man wäre absolut nicht verwundert. Sie erklingt aber nicht. Lindenberg hat sich verspätet, es kann also weiter nachgedacht werden. Zum Beispiel darüber, was die letzten Jahre so alles passiert ist.

Denn wie Udo Lindenberg, den man zeitweise durchaus als den Verfemten, gewiss aber einen viel Belachten der deutschen Rockmusik bezeichnen konnte, 2008 quasi aus dem Nichts das erfolgreichste Album seiner Karriere veröffentlichte und seitdem von einem Gipfel zum nächsten springt, ist wohl eine der erstaunlichsten, aber auch schönsten Erfolgsgeschichten seit langer Zeit.

Nach einem eigenen Musical hat er nun im Juni ein Konzert im Rahmen der „MTV Unplugged“-Reihe auf Kampnagel in Hamburg gespielt. Mit Orchester, großer Band und prominenten Gästen. Ein Anlass, für den das Theater mühevoll in eine Replik der Hotel-Atlantic-Lobby verwandelt wurde: Aufzug, Drehtür, Original-Pianist und Interieur – hinter vorgehaltener Hand ist von Produktionskosten im deutlich siebenstelligen Bereich die Rede. Es gab monatelange Proben mit einer eigens für diesen Anlass zusammengestellten Band, Songs wurden ausgesucht und wieder verworfen, musikalische Gäste eingeladen, kurz gesagt: Es war ein Wahnsinn. Und damit der ganze Aufwand sich auch gelohnt hat, erscheint demnächst eine DVD und ein Live-Album, weil MTV ja kaum noch einer empfangen kann.



Als Hamburg noch hart war: Bei Udo Lindenberg wird die Reeperbahn ein wenig mehr zum Fantasialand

Ein eigenes Museum auf Hamburgs ehemals sündiger Meile hat er schon, mit High-Tech-Fassade und interaktiven Studiozonen, wo Besucher an Knöpfchen drehen können, um den Panikrock in Lederhosen nachzudaddeln. Eine stimmige Atmosphäre zum Abtauchen in die musikalische Vergangenheit liefert dazu nun der Kinostart von „Lindenberg – Mach Dein Ding!“. Schließlich geht es um Kindheit, Jugend und die ersten Erfolge des talentierten Jung-Trommlers, der zu einem der profiliertesten Sänger deutscher Zunge avancierte. Bei der IMA-Award-Gala im November präsentierte Lindenberg die aktuelle Single „Niemals dran gezweifelt“, die einerseits den Kino-Trailer intoniert und andererseits auch locker eine Fußball- oder Handball-Weltmeisterschaft im Zeichen des „Sommermärchens“…
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