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„Fackeln im Sturm“: Die Schmonzette des Bruderkriegs

„Er gehört meinem Vater“, sagt Orry Main, Sohn eines Plantagenbesitzers im Süden. Ein Sklave ist entflohen. „Kein Mensch kann Eigentum sein“, sagt George Hazard, Sohn eines Eisenhüttenbesitzers im Norden. Das ist der erste Dialog in „North And South“, in der deutschen Fassung blödsinnigerweise „Fackeln im Sturm“, der Großverfilmung der Romane von John Jakes. Im Jahr 1985 war diese Fernsehserie ein Triumph des Schlockfabrikanten David L. Wolper, der nach Elvis Presleys Tod dessen Leben von Elvis aus dem Off, ja Jenseits selbst erzählen und Szenen nachspielen ließ. Bei „North And South“ ließ er Szenen aus dem amerikanischen Sezessionskrieg (und die Jahre davor und danach) nachspielen. Sechs Teile 1985, sechs Teile 1986 – und drei weitere erst 1994 mit verheerenden Reaktionen.

Lincoln war ein großer Mann, aber der Süden war nicht verkehrt

Patrick Swayze, der Orry als schmalzigen Südstaaten-Sentimentalisten mit wallenden Haaren gibt, begann eine erstaunliche Karriere. George Read begann eine erstaunlich erfolglose Karriere. James Stewart, Robert Mitchum, Elizabeth Taylor, Jean Simmons und Gene Kelly beschlossen in Nebenrollen ihre großartigen Karrieren. Olivia de Havilland spielte mit, die zweite Frau in „Vom Winde verweht“ und Partnerin von Errol Flynn (nicht nur!) in so vielen Abenteuerfilmen. Johnny Cash interpretierte einen, jawohl: Rebellen, der die Schwarzen anführt.

„North And South“ ist eine Familiensaga, denn anders ist der amerikanische Bürgerkrieg nicht zu erzählen. Er ist anders zu DOKUMENTIEREN: Ken Burns‘ Dokumentarfilm „Civil War“ besteht aus neun Teilen und dauert 22 Stunden, er arbeitete fünf Jahre daran, länger, als der Sezessionskrieg währte. Wer diesen Krieg verstehen will, der muss Burns‘ Film sehen. „North And South“ sagt wie „Vom Winde verweht: Es war einmal. Das Leben ging weiter. Die Zeit war schrecklich. Die Menschen litten. Abraham Lincoln war ein großer Mann. Der Süden war nicht verkehrt. Es gab gute Sklavenhalter. Es war alles nicht so einfach.

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Orry Main (Patrick Swayze) und seine große Liebe, Madeline Eugenie Fabray (Lesley-Anne Down)



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