Farin Urlaub über Rassismus: Das komplette Interview veröffentlicht

Farin Urlaub über Rassismus: Das komplette Interview veröffentlicht

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„Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser.“

Mit „Frizz – Das Magazin für Halle“ hatte Farin Urlaub über Rassismus und Rechte gesprochen. Nun hat die Zeitschrift das vorab nur in Auszügen gebrachte Interview komplett veröffentlicht.

Hier ein Kapitel aus dem Gespräch, mit der Antwort des Ärzte-Sängers:

Im Song „iDisco“ formuliert sich der Wunsch, dass „endlich Hirn vom Himmel fällt“, denn zur Gattung Homo Sapiens gehöre nicht nur das aufrechte Gehen. Nun gibt es mittlerweile wieder einige aufrechte Geher, respektive Spaziergänger, die von deutscher Kultur schwafeln und Ausländerhass schüren. Einmal um Rat gefragt: Welche Erfahrungen haben Sie im Laufe Ihrer Karriere mit rechten Rattenfängern und rechten Kleinbürgern gemacht? Halten Sie es für realistisch, dass wir irgendwann einmal all diese dämlichen Formen des Alltagsrassismus überwinden können?

Da muss ich etwas ausholen: solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. Oder sie sind bekloppterweise stolz darauf, „Deutsch“ zu sein, wozu keinerlei Leistung ihrerseits nötig war.

Der Hass entsteht dann beispielsweise aus der Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität; denn wenn sie wirklich „besser“ wären, dann würden sie ja auch etwas können. Kann mir noch jemand folgen? Ich habe jegliche Geduld mit diesen Arschgeigen verloren; wenn ich erleben muss, dass hierzulande hilfesuchenden Menschen der notdürftige Wohnraum angezündet wird, weil „die uns ja etwas wegnehmen wollen“, dann schäme ich mich dafür, Deutscher zu sein.

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