„Honig im Kopf“: Manipulationsverdacht bei Top-Kritiken für Schweiger-Film

Ein User, der sich neu auf einem Portal anmeldet, um lediglich eine einzige, und dazu: positive Kritik abzugeben, ist heutzutage, im Zeitalter der Shitstormer, eine Seltenheit geworden. Wenn diesem User in exakt selbem Muster hunderte folgen, ist zumindest klar: Das macht einen seltsamen Eindruck.

Wie „Meedia“ jetzt mit Verweis auf den Filmblog „Filmverliebt“ berichtet, waren diese etlichen Top-Rezis nun beim neuen Kinowerk von Til Schweiger der Fall, „Honig im Kopf“, mit Dieter Hallervorden in einer späten Bruce-Dern-Rolle.

Til Schweiger ist nicht gerade für sein lässiges Verhalten im Umgang mit Kritikern bekannt. Wird sein Film nicht so behandelt, wie er seines Erachtens nach verdient hätte, dann ist er geneigt, die Lobpreisungen selbst zu inszenieren. Denn seine Romantische Komödien wie „Keinohrhasen“ sind zwar an den Kinokassen erfolgreich, werden von den Kritikern aber oft zerrissen. Als „Keinohrhasen“ 2010 keinen Deutschen Filmpreis erhielt, soll Til Schweiger überlegt haben, einen eigenen Filmpreis ins Leben zu rufen, um sich selbst auszuzeichnen.

Kooperation

Am 25.12. startete das Alzheimer-Drama „Honig im Kopf“ in den Kinos, schon jetzt finden sich auf moviepilot.de zahlreiche Top-Kritiken von Neuregistrierten. Dem „Filmverliebt“-Blog fielen diese Ungereimtheiten auf. Plötzlich stand die Frage im Raum: Hat sich Jemand um die gewünschten Kritiken bemüht?

Teils wurden die Kritiken nicht nur mit offensichtlicher Begeisterung verfasst, sondern auch auf Russisch oder in schlechtem Englisch. Bei einem deutschen Film recht ungewöhnlich.

Entsprechend fallen auch die Kommentare der anderen User auf, die nunmehr Gräuel gegenüber „Honig im Kopf“ hegen.

Internetbewegungen sind für die Produktionsfirmen von großer Bedeutung, denn wer den Titel eines Films googelt, wird unweigerlich auf den User-Portalen landen und bekommt ergo auch die Bewertung der Nutzer angezeigt. Oft ein letztes ausschlaggebendes Argument, sich einen Film anzuschauen oder nicht.

Oder ist es gar möglich, dass die Mehrheit der Kinozuschauer diesen neuen Film von Til Schweiger wirklich gut findet?


Au Weia: Ai Weiwei wirft Berlinale vor, ihn und Til Schweiger aus Episodenfilm herausgeschnitten zu haben

Ai Weiwei hat den Veranstaltern der Berlinale Zensur vorgeworfen. Der chinesische Künstler behauptet, sein Video zum Episodenfilm „Berlin, I Love You“ sei aus Angst vor politischen Folgen durch die chinesische Regierung herausgeschnitten worden. Das sagte Weiwei gegenüber der „Deutschen Welle“. Die Berlinale-Veranstalter hätten Druck auf die Produktionsfirma ausgeübt und eine unzensierte Fassung des Films abgelehnt. Der 61-Jährige war schon oft wegen Politik-kritischen Kunstaktionen in seiner Heimat angeprangert worden und hatte zeitweise sogar unter Hausarrest gestanden. Doch auch die Berlinale wird vom Künstler kritisiert: „Ich fragte meinen Produzenten. Der sagte mir, die Berlinale hätte den Film nicht akzeptiert, wenn ich ein…
Weiterlesen
Zur Startseite