Search Toggle menu
Highlight: „The Walking Dead“: Die besten Songs aus der Zombie-Serie

Kritik: „The Walking Dead“, Staffel 8, Folge 11: Wenn nichts mehr geht, geht Gott

Die Kritik beinhaltet Spoiler.

Negans neue Idee: Die Gegner vom Hilltop zu infizieren. Mit dem Blut der Zombies. Damit sie selbst zu Zombies werden. Das ist verrückt, oder. Ist in der Serie schon mal jemand darauf gekommen? Gegner zu Untoten zu machen – durch Infektion? Oder hat ROLLING STONE da etwas nicht mitbekommen, wie lautet Negans Plan?

„The Walking Dead“ umfasst aktuell 110 Episoden in acht Staffeln. Diese Folge, „Flucht nach Hilltop“ („Dead Or Alive Or“), wird als eine derjenigen gelten, in der nichts passiert ist, an das man sich in, sagen wir, Staffel neun noch erinnern wird.

Wir haben die wesentlichen Inhalte dennoch aufgeschrieben.

Zumindest sind die „Walking Dead“-Macher wieder mal auf lustige Ideen gekommen. Vor allem, was den Priester Gabriel angeht, den Hrundi V. Bakshi oder Inspektor Clouseau des „Walking Dead“-Universums. Was er auch unternimmt, er löst zuverlässig eine Vollkatastrophe aus.

Klarer Fall von Sehschwäche

Den Autoren fällt nicht mehr wirklich viel zum zweifelnden Gottesmann ein. Mal glaubt er an den Heiligen Vater, weil die Untoten auf Erden wandeln. Dann ist er der Überzeugung, dass es ihn nie gegeben haben kann, gerade weil die Untoten auf Erden wandeln. Dies ist eine Episode, in der Gabriel an Gott glaubt.

„Wir sind auf dem richtigen Pfad, auch wenn wir uns auf der falschen Straße befinden“, sagt er. Wie unbedeutend aber seine Charakterentwicklung ist, schon immer war, verdeutlicht die Szene vor Einsatz der Credits im Vorspann – die ist immer ein zuverlässiger Hinweis dafür, wie spannend das sein wird, was einer Figur in den folgenden 45 Minuten zustößt.

Diesmal setzt die anschwellende dramatische Musik ein, nachdem bei Priester Gabriel eine Sehschwäche festgestellt wurde. Doch, genau dann.

Später entdecken Gabriel und sein Fluchthelfer in einer Hütte Antibiotika. „Das rettet Dir vielleicht Dein Leben“, sagt der Freund. Yes.

Später stoßen die beiden auf Zombies, die anscheinend clever genug gewesen waren, Bärenfallen für Menschen auszulegen. Anders kann man sich nicht erklären, wie die Leichen schnurstracks aus den Büschen torkeln, nachdem die erste Falle zugeschnappt ist.

Am Ende wird der Priester wieder von Negans Schergen eingesammelt. Glaubt Gabriel noch, dass er sich „auf dem richtigen Pfad befindet“? Dies war eine 45-minütige Odyssee ohne Wert für die Figur – solche Ausflüge, die in Chaos und Leid enden, hat der Geistliche in „The Walking Dead“ schon etliche Male gemacht. Hat seine Figur nie vertieft. Gabriels Haltung zu Leben, Tod und Religion schwingt wie ein Pendel.

„Z Nation“ lässt grüßen

In dieser Folge werden Zombies wieder in ungewöhnlicher Umgebung gezeigt, vielleicht einfach, damit für das Profil von Staffel acht festgehalten werden kann: Es werden Zombies in ungewöhnlicher Umgebung gezeigt. Diesmal gibt es Sumpfzombies, echte Moosbrillen, die aus dem Morast aufploppen. Sie sind nicht wichtig für die Geschichte – die Heldinnen rund um Tara und Rosita kämen auch ohne die Moorleichen weiter, Geisel Dwight wäre auch ohne Ablenkung weggerannt.

Solche Spektakel erinnern an „Z Nation“, jene Zombieserie, bei der einige „Walking Dead“-Fans rot anlaufen, nur weil sie Comedy ist und jedes Gesetz bricht. Das Trash-Format setzt ganz auf diese „Jump and Run“-artige Action voller absurder Szenarien, etwa dem „Z-nado“: Zombies werden, wie bei „Sharknado“, als Angreifer durch die Luft gewirbelt.

In „Z Nation“ aber wird wenigstens nicht erst versucht, solche Quatsch-Kämpfe als Handlung auszugeben. Es geht da eher um Stimulation statt inhaltlichen Zusammenhang.

„Z Nation“ nimmt die Zuschauer nicht ernst, sich selbst aber erst recht nicht. Das ist grandios. „Walking Dead“ nimmt sich sehr ernst, aber den Zuschauer oft nicht. Und das ist nicht so toll.

Außerdem diese Woche bei „Walking Dead“: Es scheint, als müsse Carol sich demnächst wieder mal um ein Psychopathenkind kümmern. Nach Lizzie und Mika Samuels – beide tot – wartet der kleine Henry, der jüngst seinen ersten Mord begangen hat, auf Antworten im neuen, wilden Leben.

Und Carol runzelt schon die Stirn.

Ranking: Die besten „The Walking Dead“-Charaktere

Gene Page/AMC
Gene Page /AMC

„The Walking Dead“-Abspann: Wer war Scott Wilson?

„In Memory of Scott Wilson“ – so schlicht wie bewegend gedachte „The Walking Dead“ des am Samstag verstorbenen Schauspielers Scott Wilson. Der US-Amerikaner verstarb im Alter von 76 Jahren an einer Leukämie-Erkrankung. Die Zombieserie erinnert in ihren Folgen-Abspännen immer wieder an Verstorbene, die in Verbindung mit dem AMC-Format standen, sei es James Heltibridle oder George A. Romero, dem Zombie-Übervater, dessen Namen die „TWD“-Produzenten jedoch prompt falsch schrieben. In Memory of Scott Wilson: Scott Wilson verkörperte ab Staffel zwei den Farmer und Tierarzt Hershel Greene, er wurde zu einer der wichtigsten Charaktere der Reihe; aus seiner Familie ist nur noch Tochter…
Weiterlesen
Zur Startseite