Highlight: Arte-Mediathek: Das sind die besten Musik-Dokus und Konzerte

„Leaving Neverland“-Regisseur findet deutliche Worte für zornigen Michael-Jackson-Clan

Dan Reed, Regisseur der Doku „Leaving Neverland“, hat sich zu den Gegenreaktionen des Nachlasses von Michael Jackson nach der Veröffentlichung seiner vierstündigen Doku über den Sänger geäußert. Der Film feierte letzten Freitag auf dem Sundance-Filmfestival in Utah Premiere. Darin erzählen zwei Zeugen, Wade Robson und James Safechuck, dass sie als Zehnjährige vom „King of Pop“ auf dessen Neverland Ranch in den Achtzigern mehrfach sexuell missbraucht wurden.

Daraufhin hatten sich die Familienmitglieder des Jackson-Clans zu Wort gemeldet und Reeds Film als „öffentliche Hinrichtung“ bezeichnet und argumentierten, dass sich der 2009 verstorbene Sänger nicht gegen die Vorwürfe wehren könne.

Filmemacher Dan Reed reagierte nun seinerseits auf die Anschuldigungen und nennt diese ein „Attentat mit Boulevard-Charakter“. Weiterhin wies er auf die Länge des Films von vier Stunden hin.

Es geht nicht nur um Michael Jackson

„Es ist ein vierstündiger Dokumentarfilm von einem erfahrenen Dokumentaristen mit einer langen Erfolgsgeschichte, was das Recherchieren und Erzählen komplexer Geschichten angeht. Und das ist eine komplexe Geschichte“, sagte Reed dem „Hollywood Reporter“.

„Ich würde sagen, es ist definitiv ein Dokumentarfilm. Jeder, der sich mit diesem Format auskennt, würde es als Dokumentarfilm bezeichnen. Eine vierstündige Arbeit, ist das ein einfacher Boulevard-Artikel? Ich habe Jackson im Film überhaupt nicht charakterisiert. Ich denke, wenn man ihn sich ansieht, wird man feststellen, dass es eine Geschichte über diese beiden Familien ist und Jackson lediglich ein Teil dieser Geschichte ist.“

Michael Jackson
King of Pop: Michael Jackson

Reed ergänzte: „Aber ich versuche überhaupt nicht, ihn zu erklären. Es ist kein Film über Michael. Der Film ist ein Bericht über sexuellen Missbrauch, wie er stattfindet und wie er sich auf das spätere Leben auswirkt.“

Der Regisseur reagierte direkt auf Jacksons Familie und bezeichnete den Sänger als „sehr wertvoll“. „Sie haben ein sehr wertvolles Gut zu schützen“, so Reed. „Jedes Mal, wenn ein Song läuft, geht eine Kasse auf: „Ka-ching“. Es überrascht mich nicht, dass sie aus ihrer Deckung herausgekommen sind, um ihr Vermögen zu verteidigen.“

Das Hit-Album „Thriller“ von Michael Jackson hier bestellen

Die Ära „#MeToo“

Die beiden Männer aus der Doku, Wade Robson und James Safechuck, verteidigte Reed: „Wade und James wurden weder direkt noch indirekt auf irgendeine Art bezahlt. Die Familie wurde nicht einzeln benannt. Keine Entschädigung für irgendwas. Ich denke, dass es wichtig ist, das klarzustellen. Während der Dreharbeiten zum Film startete die #MeToo-Ära. Dadurch gab es eine grundlegende Veränderung auf die Sichtweise, wie wir die Opfer sexuellen Missbrauchs betrachten. Ich hoffe, dass dieser Film die Sinne dafür schärft und Leute darauf aufmerksam macht, wie sexueller Missbrauch von Kindern abläuft.“

Unterdessen rief Michael Jacksons Neffe Taj eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben, um Gelder für eine eigene Doku zu sammeln, die als Gegendarstellung zu Reeds Film dienen und die Vorwürfe gegen Jackson bestreiten soll.

KMazur WireImage


Disney verbannt Michael-Jackson-Folge aus den „Simpsons“

Die berühmte „Simpsons“-Folge mit Michael Jackson wurde aus der Serie verbannt bzw. aus dem Kanon gestrichen. Der neue Streaming-Dienst „Disney+“ zeigt alle „Simpsons“-Staffeln, jedoch ohne die Episode „Die Geburtstagsüberraschung“, in der Jackson als Stimme von Leon Kompowsky zu hören ist – ein Patient in der Psychiatrie, der ein Zimmer mit Homer Simpson teilt. Der weiße, übergewichtige Kompowsky versucht Homer davon zu überzeugen, dass er der verstorbene „King of Pop“ ist, singt „Billie Jean“ und zeigt seinen legendären Moonwalk. Al Jean: „Michael tat es, um kleinen Jungs zu schmeicheln“ Die Reaktion ist eine Maßnahme auf die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, die…
Weiterlesen
Zur Startseite