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Morrissey vergleicht England mit Diktatur – ‚kein Unterschied zu Syrien‘

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Morrissey
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In einem zweiten Brief zum Tod der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher vergleicht Morrissey England mit einer Diktatur. Er geht davon aus, dass Protestierende beim Begräbnis Thatchers von der Polizei mit Tränengas vertrieben werden würden: „Vereintes Königreich? Syrien? China? Wo ist da der Unterschied?“

Morrissey kritisiert den Umgang der britischen Presse mit Kritikern der ehemaligen Staatschefin. Wenn man nicht „pro-establishment“ sei, so der Sänger, werde jeder hinterfragende Kommentar gleich als „explosiver Angriff“ umgedeutet. „Thatcher hat sich einen Scheiss für das Volk“ interessiert, schreibt Morrissey auf der Fanzine-Seite „True To You“, keine Politikerin habe das Volk mehr verachtet als sie. David Cameron, der jetzige Premierminister Englands, ignoriere mit seinem Gedenken an die verstorbene „Tory“-Parteikollegin die berechtigte Kritik an ihrer früheren Politik.

Bereits 1984 hatte Morrissey bedauert, dass Margaret Thatcher nicht bei einem IRA-Attentat ums Leben gekommen war. Klar, dass er nicht in Tränen ausgebrochen ist, nachdem der Tod von Margaret Thatcher verkündet worden war.

Im Gegenteil: in einem ersten, offenen Brief verfasste Morrissey für die US-amerikanische Webseite „Daily-Beast“ einen wenig schmeichelhaften Nachruf. Darin schreibt Morrissey unter anderem:

„Sie zerstörte die Britische Fertigungsindustrie, sie hasste die Minenarbeiter, sie hasste die Künste, sie hasste die irischen Befreiungskämpfer und erlaubte, dass sie starben; sie hasste die Armen in England und tat nichts um ihnen zu helfen, sie hasste Greenpeace und Umweltschützer; sie war die einzige europäische Staatsführerin, die sich gegen ein Verbot des Elfenbeinhandels aussprach, sie hatte weder Witz noch Wärme und sogar ihr eigenes Kabinett schmiss sie raus (…) Eisern? Nein. Barbarisch? Ja.“

Eine Facebook-Gruppe startete derweil eine Anti-Thatcher-Kampagne: Der Song „Ding Dong! the Witch Is Dead“ aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ soll auf Platz 1 der britischen Charts gehievt werden.

So etwas ist in Großbritannien durchaus über Internetkampagnen möglich – „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine besetzte 2009 die Nummer-Eins-Position während der Weihnachtszeit. Derzeit befindet sich „Ding Dong!“ auf Platz 10 in den offiziellen britischen Top-Ten-Singles-Charts landen, wie der „Guardian“ meldete, Tendenz steigend.

cj/jr


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