Neu im Plattenregal – die Alben vom 25. März 2011


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Eine Auswahl der Neuerscheinungen gibt es wie immer in unserem simfy-Player:

BAP – „Halv Su Wild“ (EMI)
Rüdiger Knopf meint in unserer kommenden Ausgabe über das neue Album der Kölner: „Wie von einem unbeirrbaren Kompass geleitet, rollen Gitarre, Bass, Drums und Keys durch traditionelles, steiniges Terrain. Niedecken bewahrt den Überblick – auch, weil er hörbar auf den Schultern dieser angloamerikanischen Giganten steht, ohne deren Klänge und Themen einfach geguttenbergt zu haben. Viele Stücke haben Rückschau-Charakter.“ Drei Sterne gibt’s dafür am Ende. Im simfy-Player haben wir den Titelsong. Auf dem Youtube-Channel von BAP kann man den Herren von BAP übrigens bei der Arbeit im Studio zuschauen. Dort gibt es das ausführliche Studio-ABC mit einem Clip pro Buchstabe. Hier die aktuelle Folge:

Clueso – „An und für sich“ (Four Music/Sony Music Columbia Four/Sony Music CD)
Der junge Musiker aus dem schönen Erfurt kann sich vor Kreativität kaum halten, findet Birgit Fuß und vergibt 3,5 Sterne: „70 Minuten und 16 1/2 Stücke, das ist freilich hart an der Grenze zum Übermut, zumal einige Stücke in kompakteren Arrangements besser wirken würden – die Beat-Schlaufen am Ende von ‚Straßen sind leer‘ oder die Bluesgitarre nach dem putzigen Rap von ‚Du bleibst‘ braucht kein Mensch. Doch wer viele Ideen hat, verzettelt sich eben auch mal. An und für sich ist dies aber ein weiteres sehr gutes Album.“ Hier der Clip zur Single:

Friska Viljor – „The Beginning Of The Beginning Of The End“ (Haldern Pop/Cargo CD/LP)
Drei Sterne gibt es in unseren Redaktionsquickies: „Mehr fröhlich wippende und wehmütig schunkelnde Musik von den sympathischen Schweden, die ihre Songwriter-Folklore in allerlei Spielarten des Indie-Pop tragen.“ Hier noch eine schöne Akustikversion ihres Songs „Useless“:

Martin And James – „Martin And James“ (Vertigo/UDP/Universal CD)
Leider nur zwei Sterne in unseren Rezensions-Quickies: „Die Schotten musizieren schon seit fast 15 Jahren zusammen, veröffentlichen aber erst jetzt ihr Debüt. Wahrscheinlich fiel der wohlige Akustik-Sound vorher einfach keinem auf, denn die Spätzünder halten sich so sehr zurück, dass einem bei all der Harmonie manchmal fast die Augen zufallen.“ Hier eine schöne Akustikaufnahme von „Crashing Into Love“, das Album gibt’s in unserem simfy-Player:

Noah & The Whale – „Last Night On Earth“ (Cooperative Music/Universal CD/LP)
Sänger und Bandchef Charlie Fink hat auf dem Vorgänger-Album „The First Days Of Spring“ das schmerzhafte Ende (s)einer Beziehung verarbeitet und in wunderbar zerquälte Popsongs gegossen. Der Nachfolger „Last Night On Earth“ knüpft vom Titel her daran an, steigt aber wider Erwarten nicht noch tiefer in die emotionale Dunkelheit, sondern schillert in den buntesten Farben. Die Single „L.I.F.E.G.O.E.S.O.N“ zum Beispiel ist ein geradezu pervers eingängiger Popsong, dem man sich nicht erwehren kann. Ebenso die Kleinstadt-Ausbruchs-Hymne „Give It All Back“. Schade nur, dass man im Streben nach der perfekten Radiosingle die Gitarren ein wenig vernachlässigt hat und sich den Folk der frühen Stunden fast gänzlich ausgetrieben hat. Was allerdings nur für das Album gilt – die Live-Show in Berlin vor einigen Wochen klang nach den Noah & The Whale, die so viele schätzen. Das Album läuft im simfy-Player. Hier noch der Clip zum besagten Hit:

The Pains Of Being Pure At Heart – „Belong“ (PIAS/Rough Trade CD/LP)
Und noch ein Kandidat bei dem irgendwie alles nach Schmerz klingt, die Musik aber eher poppig und aufputschend daherkommt. Die Smiths-Verehrer und Twee-Pop-Fans bringen auf ihrem neuen Album wieder beide Vorlieben zusammen und gewinnen damit keinen Originalitätspreis, wissen aber mit Indie-Dissen-Hits wie „Heaven’s Gonna Happen Now“ gut zu unterhalten. Nachzuhören in unserem simfy-Player. Hier ihr Auftritt bei Letterman:

Peter Bjorn And John – „Gimme Some“ (Music On Vinyl/Cargo LP)
Die Review von Frank Lähnemann gibt es bereits online. Er meint zu „Gimme Some“, die Ansage der Schweden sei wohl gewesen: “ Bloß keine Sentimentalitäten zulassen, lieber einfach losbollern!“ Lähnemann ist davon nicht soooo überzeugt und gibt zwei Sterne. Hier der Song „Breaker, Breaker“, der in der Tat ziemlich bollert.

Radiohead – „The King Of Limbs“ (XL/Beggars Group/Indigo CD/LP)
Die neue Radiohead hat uns ja schon mehrfach beschäftigt. Erst schrieben wir (k)eine Rezension, weil wir das nach zweimaligem Hören noch nicht konnten, dann legte Joachim Hentschel seine Rezension nach und gab vier Sterne. Nun gibt es das Album als CD-Version, bevor dann später noch mal die Deluxe-Box kommt. Auch spannend: Am Montag gibt es eine Gratiszeitung zum Album namens „The Universal Sigh“, die in Berlin ab 12 Uhr mittags in unserer unmittelbaren Nachbarschaft verteilt wird. Wir werden da sein – und berichten! Infos und Locations dazu gibt es hier. Und hier noch mal der schöne Clip zu „Lotus Flower“ – bitte nachtanzen:

Britney Spears – „Femme Fatale“ (JIVE Records / Sony)
Schon Song Nummer eins, „Till The World Ends“, hat das, was man auf den Tanzflächen heute so braucht: verfremdeten Roboter-Gesang, grenzdebile „Oh-oh-oh-oh“-Parts nach dem Refrain und Zeilen, die sich gut beim Bootie-Shaken gen DJ-Pult rufen lassen: „DJ, DJ, what are you waitin‘ for?“ Dass diese Mischung funktionieren kann, weiß man natürlich. Dass sie in diesem Falle funktioniert, liegt wohl vor allem an dem guten Händchen von Miss Spears oder ihrem Team, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ihr Handwerk verstehen. Dasselbe Rezept also, das die letzten Madonna-Platten gelegentlich spannend machte. Unsere amerikanischen Kollegen sind voll des Lobes, vergeben vier Sterne und meinen: „‚Femme Fatale‘ may be Britney’s best album; certainly it’s her strangest. Conceptually it’s straightforward: a party record packed with sex and sadness.“ Eine Mischung, auf die man ja gerne auf der Tanzfläche anspringt. Wäre bloß schön, wenn man öfter die echte Stimme von Britney hört – wie zum Beispiel in „Hold It Against Me“. Das Album läuft in unserem simfy-Player.