Spezial-Abo

Freiwillige Filmkontrolle


Nirvana: Kurt Cobain – Smells Like Unvergessen


von

Cobain nahm immer häufiger, immer mehr Drogen. Auch die Ehe mit Courtney Love und die Geburt der gemeinsamen Tochter Frances Bean hielten ihn nicht davon ab, sich Heroin zu spritzen. Bei Live-Auftritten vergaß er nun Texte und Akkorde, so dass ein weiterer Gitarrist, Pat Smear, engagiert wurde. Auch mehrere Entzugskuren halfen nicht.

Aus dem Kreislauf aus übermäßigem Drogenkonsum, Entzugskliniken und Depressionen entstand trotz allem das dritte und letzte Studioalbum In Utero, welches 1993 veröffentlicht wurde. Das Werk war noch aggressiver als Bleach und Nevermind. Der Albumtitel stammt vom Bassisten Krist Novoselic, Cobain wollte das Album eigentlich I Hate Myself And I Want To Die nennen. Das war auch des Öfteren die Antwort von Cobain auf die Reporterfragen, wie er sich fühlte.

Grunge stirbt

Der Erfolg von Nirvana ging natürlich auch nicht an den Produzenten von „MTV Unplugged“ vorbei. So wurde am 18. November 1993 das mittlerweile legendäre Live-Akustik-Album Nirvana MTV Unplugged In New York aufgezeichnet. Das gesamte Setting wirkte so, als sei man auf einer Beerdigung. Nirvana, aber vor allem Cobain, bestanden darauf, dass alles mit weißen Lilien und schwarzen Kerzen ausgestattet werden sollte.

Nirvana spielten alle 14 Songs in einem Rutsch ohne Unterbrechung, darunter auch sechs Coverstücke. Einer davon war David Bowies The Man Who Sold The World. Dieser Song ist es auch, der das „MTV Unplugged“ gar nicht so unplugged macht, denn die nun zur Versteigerung angebotene Martin D-18E ist eine Halbakustik-Gitarre, die man an einen Verstärker anschließen kann.

Cobain spielte das Intro sowie die Interludes und das Solo mit einem verzerrtem Gitarrensound. Das war bis dato einmalig bei einem „MTV Unplugged“ – und vielleicht macht genau das diese Gitarre zu einem Eine-Million-Dollar-Objekt.

Anlässlich der Veröffentlichung von In Utero stand auch eine Europatournee an. Am 01. März 1994 sollte in München das letzte Konzert von Nirvana zu sehen sein. Der Auftritt wurde von Anfang an von einer merkwürdigen Stimmung getragen. Das Zusammenspiel wirkte so, als ob die Bandmitglieder sich uneinig waren.

Schließlich wurde die Tour abgebrochen und Cobain flog bereits am 02. März 1994 mit seiner Frau Courtney nach Rom. Dort wurde er später in einer Badewanne und mit einer Überdosis Beruhigungsmittel im Blut regungslos aufgefunden. Cobain bekräftigte kurze Zeit später immer wieder, dass er keinen Suizid begehen wollte, sondern lediglich ein paar Tabletten mit zu viel Alkohol vermischt hätte.

Dieses Ereignis verunsicherte Cobains gesamtes Umfeld massiv und brachte ihn dazu, sich erneut in eine Entzugsklinik einweisen zu lassen, diesmal in Marina Del Rey in der Nähe von Venice, Los Angeles. Auch diese Kur sollte nicht helfen, und er floh am 01. April 1994 aus der Klinik und tauchte unter. Cobain kaufte sich Heroin und eine Schrotflinte.

Am 05. April 1994 ging er auf den Dachboden seines Hauses in Seattle, spritzte sich das Heroin und erschoss sich. Auf seinem Abschiedsbrief stand ein Zitat aus einem Neil-Young-Song: „Es ist besser auszubrennen, als langsam zu verblassen.“ Er wurde erst drei Tage später, am 08. April 1994, von einem Elektriker gefunden. Der Gerichtsmediziner, der seinen Tod feststellte, war jener Dr. Nikolas Hartshorne, der Cobain als unbekannten Musiker in den kleinen Bars in Seattle erlebte und Auftritte für ihn organisierte.

Kurt Cobains Musik bewegt noch immer Millionen Menschen auf der Welt. Tausende Fans reisen nach Seattle und Aberdeen, um die Gedenkstätten zu besuchen. Auch wenn Cobain es selbst nie würde hören wollen, er ist eine Legende, er bleibt unvergessen.

Weitere Highlights



Kurt Cobains Haarsträhnen kommen unter den Hammer

Das Auktionshaus „Iconic Auctions“ versteigert sechs Haarsträhnen Kurt Cobains. Die Strähnen sollen von einem Haarschnitt Cobains im Jahr 1989 stammen, den er auf Tour bekam. Nirvana tourten damals mit ihrem Debütalbum „Bleach“. Laut „Iconic Auctions“ werden die Haarsträhnen zum ersten Mal verkauft und zusammen mit einem Provenienz-Dokument sowie Fotos vom Haarschnitt versteigert. Auf diesen posiert Kurt Cobain zusammen mit der Frau, die ihm die neue Frisur schnitt: Tessa Osbourne. Die Astrid Kirchherr von Nirvana Tessa Osbourne, die die Strähnen behielt, verschenkte sie nach Cobains Tod an die Künstlerin Nicole DePolo. Der Beutel mit den Haaren enthielt die handgeschriebene Notiz: „29.10.1989:…
Weiterlesen
Zur Startseite