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PANEL 2019: Meret Becker votet mit

Wer sie nur aus dem „Tatort“ kennt, der kennt sie nicht. Meret Becker spielte bereits als Kind, 1974, in der berühmten “Rappelkiste“, denn sie stammt aus einer Schauspieler-Großfamilie: Tochter von Monika Hansen und Rolf Becker, Stieftochter von Otto Sander, bei dem sie in Berlin aufwuchs, Schwester von Ben Becker. Als 23-Jährige war sie in der Fernsehserie „Auf Achse“ zu sehen, dann spielte sie in den entscheidenden deutschen Kinofilmen jener Jahre: in „Happy Birthday, Türke!“, in Sönke Worthmanns „Allein unter Frauen“ und „Kleine Haie“, in Dominik Grafs „Die Sieger“ und Helmut Dietls „Rossini“, in „Das Leben ist eine Baustelle“ und „Comedian Harmonists“. Da war Meret Becker 28 Jahre alt.

Steven Spielberg verpflichtete sie 2005 für seinen Thriller „Munich“. Danach spielte sie in Fernseh- und Kinofilmen, darunter die Verfilmung von Charlotte Roches „Feuchtgebiete“, und synchronisierte Milla Jovovich bei einigen ihrer Filme. Meret Becker singt Chansons und eigene Lieder, nimmt seit 1995 sporadisch Platten auf, gibt Konzerte – und spielt hervorragend auf der Singenden Säge. Sie hat ein weitreichendes Pop-Verständnis und stellt hervorragende Playlists zusammen.

Seit 2015 drehte sie den Berliner „Tatort“ mit Mark Waschke und interpretierte die Kommissarin Nina Rubin expressiv, kess, schnodderig berlinernd und empathisch, zunehmend mit einem Zug ins Überfordert-Melancholische. Es ist bezeichnend für Meret Beckers Eigensinn, dass sie den auch künstlerisch erfolgreichen, zuweilen avantgardistischen Berlin-„Tatort“ nun aufgibt: Nie würde sie sagen, sie wolle sich „neuen Herausforderungen“ widmen, denn sie widmet sich ja immer Herausforderungen.


NOMINEE FUTURE: Holly Herndon

Dieses Jahr hat Holly Herndon ihren Doktortitel an der renommierten Stanford University verteidigt. Das Thema: Ihr eigenes Werk. Kaum eine andere Künstlerin erweitert die Möglichkeiten elektronischer Musik so konsequent wie die 39-jährige Klangforscherin. Für ihr drittes Album „Proto“ hat die in Tennessee geborene Wahlberlinerin eigens eine Künstliche Intelligenz programmiert, die basierend auf eingefütterten Stimmen mal überraschend harmonisch und mal verstörend fremdartig zur Musik improvisiert. Holly Herndon: „Künstliche Intelligenz ist ein Teil der Evolution.“ Die „Mensch-Maschine“ die bei Kraftwerk noch eine steife Puppe war, wird bei Herndon so zum Sparringspartner auf Augenhöhe. „Kunst sollte die Umwelt und Zeit reflektieren, aus der…
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