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Rammstein-Pyrotechniker über die dramatischen Folgen der Tour-Absagen


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Das Jahr 2020 war eines der schwierigsten Jahre für viele (Musik-)Unternehmer. Die Eventbranche mit ihren vielen Sparten hatte mit enormen Umsatzeinbußen zu kämpfen, bei den meisten bis hin zum Totalausfall. Viele hofften auf 2021 – doch auch in diesem Jahr kippen die Events reihenweise um wie Dominosteine.

Nicolai Sabottka ist weltweit gebuchter Pyrotechniker und kümmert sich unter anderem um Rammsteins feurige Auftritte. Er hat der „Süddeutschen Zeitung“ in einem Interview mehr über die exorbitanten Corona-Folgen für die Menschen im Konzertgeschäft erzählt.

Ein Auftritt von KISS. Für Pyrotechniker ein enormer Aufwand, was für Fans zum gewohnten Bild dazugehört.

„Wie ungebremst gegen eine Wand rennen“

Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet er als Produktionsleiter bei den Rammstein-Tourneen und macht dort die Special Effects. Nach vielen Jahren mit den Berlinern und auch Bands wie KISS hat er seine eigene Firma gegründet, FFP. Mit ihr sorgt er für aufsehenerregende Auftritte weltweit – nur nicht im letzten Jahr. Und auch nicht in diesem. Er gewährt einen intimen Einblick in diese für ihn existenzielle Situation.

Auf die Frage, wie er und die Konzertszene auf den ersten Lockdown und Konzertstopp reagiert haben, sagt er: „Das ist, wie ungebremst gegen eine Wand zu rennen. Dann erwachst du langsam aus der Schockstarre und kontaktierst eben alle Partnerfirmen und alle Mitarbeiter, um ihnen zu sagen, dass nichts stattfindet.“


Die Fans sind an Rammsteins enorme Pyrotechnik gewöhnt – Sabottka macht sie.

Fünf Boeing 747 für Rammstein gecancelt

Sabottka musste unter anderem auch fünf „Boeing 747“-Großraumflugzeuge canceln, die für das Rammstein-Equipment gebucht waren.

Er erklärt: „Der Time-Slot zwischen der Europa- und der Amerikatournee war nur eine Woche. Man muss das Zeug nach der letzten Show also sofort so umpacken, dass es in diese Frachtmaschinen reinpasst. Eine irre Logistik: Gewichtstabellen, Maximalhöhen und -breiten, lange, ziemlich komplexe Frachtpläne mit Beladereihenfolgen und so Kram. Eigentlich ein wahnsinniger Spaß, aber extrem aufwendig. Und das haben wir alles um ein Jahr verschoben. Und jetzt verschieben wir es noch mal um ein Jahr.“


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Problematisch findet er außerdem, wenn sich Musiker nicht um ihre Crews kümmern: „Ich spreche da zum Glück nicht aus eigener Erfahrung, aber viele haben da eine sehr stoische ‚Ist nicht mein Problem‘-Haltung. Was ich asozial finde – aber vor allem dumm. Es wird nämlich ihr Problem, falls der Konzertbetrieb wieder losgeht.“

Um die Wartezeit auf weitere Konzerte zu überbrücken, kann man sich zumindest das von Till Lindemann für Mai angekündigte Lindemann-Live-Album und den dazugehörigen Konzertfilm „Live in Moscow“ gönnen.

Kevin Mazur Getty Images

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