Re-Release des Konzertfilms: John Cale und Lou Reed ehren Warhol mit „Songs For Drella“


von

Mit ihrem gemeinsamen Album „Songs For Drella“ nahmen die ehemaligen Velvet-Undergound-Mitglieder John Cale und Lou Reed eine musikalische Hommage an Andy Warhol und dessen Leben und Werk auf. Für den gleichnamigen Konzertfilm spielten die beiden 1990 alle Songs des Albums, gefilmt wurde die Session von Kameramann Ed Lachman. Im Jahr 2021 wurde das Material neu gemastert, nun ist der Film beim Streaming-Anbieter MUBI zu sehen.

Eine Hommage an Andy Warhol

Das titelgebende „Drella“ war ein Spitzname Warhols und setzt sich zusammen aus den Namen „Cinderella“ und „Dracula“. Das Album entstand drei Jahre nach dessen Tod und erschien erstmalig am 11. April 1990. Obwohl The Velvet Underground sich schon 1973 getrennt hatten, schaffte es Künstler Julian Schnabel, Cale und Reed für die Warhol-Hommage zu gewinnen (1993 gab es für eine Tournee gar die VU-Reunion mit Sterlin Morrison und Mo Tucker). Lachman wurde damals von „Channel 4“ beauftragt, den Auftritt des Duos mit ihren Songs für Warhol filmisch festzuhalten.

Ein zufälliger Fund ermöglichte den Re-Release

Lange Zeit soll das als mit „entwaffnender Direktheit und kinematografischer Zurückhaltung“ beschriebene Filmmaterial als verloren gegolten haben, bis es 2021 bei der Arbeit an einem anderen Film wiedergefunden wurde. Daraufhin wurde es für eine Wiederveröffentlichung neu aufbereitet: die Tonspur wurde neu gemastert, die Negative wurde in 4K-Auflösung gescannt.

„Drella“: Eindrücke eines verstorbenen Freundes und Managers

Die Lyrics der „Drella“-Songs sollen sowohl die Sichtweisen Reeds und Cales, als auch die von Warhol selbst zu einer „ehrgeizigen Synthese“ kombinieren. Letztere würden eine „allwissende Perspektive auf die Ereignisse seines Lebens“ darstellen. Die Ex-Velvet-Underground-Kollegen sollen auf dem Album ihre Eindrücke ihres verstorbenen Freundes und Managers verarbeiten.

Der Pop-Art-Künstler verhalf der Band in den 60er-Jahren zu großem Erfolg: Er machte sie zu einem Teil seiner Kunst, ließ sie in von ihm für seine Performances angemieteten Räumen spielen und entwarf ein Cover für das Album „The Velvet Underground & Nico“, das er später selbst bewarb.