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Review: „Twin Peaks“, Staffel 3, Folge 16: :-) ALL

Man kann es kurz machen: In der 16. Stunde findet „Twin Peaks: The Return“ so langsam aus einem selbstgewählten künstlichen und künstlerischen Koma. Wenn all das, was in den letzten Episoden passiert ist, so etwas wie eine aufgeschlagene Wunde darstellen soll, welche die Zeit über die anschauliche, friedliche Welt von Twin Peaks (dem symbolisierten ursprünglichen Amerika) geschlagen hat, so werden nun nach einer nicht ganz unkomplizierten Operation die Fäden gezogen.

Audrey im Roadhouse

Fangen wir doch zur Abwechslung von hinten an – was ja auch für die Filme von David Lynch durchaus ratsam ist. Audrey Horne (Sherilyn Fenn) hat es mit Charlie (Clark Middleton) nach all dem Hin und Her in den letzten Folgen doch noch ins Roadhouse geschafft. Dort sehen wir Eddie Vedder, der seinen versprochenen „Twin Peaks“-Auftritt gibt und unter seinem Geburtsnamen Edward Louis Severson den neuen Song „Out Of Sand“ in einer berückenden, zartfühlenden und zugleich lamentierenden Version singt.

„Now it’s gone, gone/ And I am who I am/Who I was I will never be again/ Running out of sand“, singt Vedder – und den Zuschauern der neuen Season von „Twin Peaks“ ist natürlich schon in früheren Folgen sicher das Licht aufgegangen, dass die Live-Darbietungen nicht nur (häufig) hübsch anzusehen sind, sondern auch der Erzählung so manche Erklärungen zuliefern. Zuletzt wusste Audrey offenbar gar nicht, wer sie ist. „I’m not sure who I am“, raunte sie ihrem seltsam abweisenden Ehemann entgegen. Sie sagte ihm zudem ins Gesicht, dass sie ihn aus tiefster Seele hassen würde.

Doch im Roadhouse angekommen, erhält die Horne-Tochter die Chance, sich an all das zu erinnern, was sie einst geprägt hat, was sie auch uns Zuschauern so sympathisch machte. Audrey wird zum Tanz gebeten – zu ihrem Tanz. Tatsächlich hören und sehen wir erneut den legendären Tanz, den die Schauspielerin einst in der Serie mit autistischer Präzision aufführte. Ein verträumtes Hin- und Herschwenken, aus dem sich alles herauslesen ließ, was Audrey als Figur auszeichnete. Nach „Just You“ also eine weitere Soundtrack-Nummer, die ihren Neuaufguss in der Bang Bang Bar erhält.



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