• Kid Kopphausen

    Kid Kopphausen

    - I

    Beziehungen, sagt man, ermöglichen einen neuen Blick auf die Dinge des Lebens. Plötzlich sieht man alles durch eine gemeinsame Brille, nimmt die Welt um sich herum anders wahr, begreift Zusammenhänge, die einem vorher verschlossen waren. Die Freundschaft zwischen den Liedermachern Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen hat schon weit vor dieser Kooperation ihren Ursprung. Die […] mehr…

  • Get Well Soon

    Get Well Soon - The Scarlet Beast O’ Seven…

    Eine Albumproduktion von Konstantin Gropper muss man sich als Studie vorstellen. Zu Beginn wird ein Mood-Board ausgelegt: Postkarten von der Via Veneto liegen neben Soundtracks der „Giallo“-Thriller-Ära. Fotos, Filme, Farben und Töne inspirieren die Arrangements, die er dann zu einem Oratorium mit 13 „Songs“ verdichtet. Mal gibt er den Tastenvirtuosen mit Hang zum Romantikzirkus, dann […] mehr…

  • Alanis Morissette

    Alanis Morissette - Havoc And Bright Lights

    Wenn Künstler – egal welchen Geschlechts – ihr frisches Elternglück besingen, wird’s meist eng. Dann wünscht man selbst den Besten, die Ode an den Nachwuchs wäre doch besser da geblieben, wo sie hingehört (ins Kinderzimmer). Alanis Morissette, die eine Karriere darauf gebaut hat, ihr Innerstes eins zu eins nach außen zu kehren, kommt natürlich erst […] mehr…

  • Die Heiterkeit

    Die Heiterkeit - Herz aus Gold

    Die Beipackzettel zu neuen Veröffentlichungen sind selten bescheiden, doch hier sind offenbar ein paar Gäule durchgegangen: „Diese Band hat eigentlich schon alles erreicht. Schon hier, schon jetzt. Sie wird geliebt, viele sprechen ihren Namen nur flüsternd aus. Von manchen wird sie sogar gefürchtet.“ Keine Ahnung, ob das Presseinfo zu „Herz aus Gold“ ein Insider-Scherz ist […] mehr…

  • Ben Kweller

    Ben Kweller - Go Fly A Kite

    Nein, Ben Kweller wird im Laufe seiner Karriere wohl kein Synthiepop-Album mehr veröffentlichen. Auch mit einer Platte, die ihn mit schlurfenden Beats experimentieren lässt, ist nicht zu rechnen. Zum Glück, sonst wäre er Ben Lee. Anders aber als sein Freund, mit dem er einst, verstärkt durch Ben Folds, als The Bens musizierte, vergeudet Kweller sein […] mehr…

  • A.C. Newman

    A.C. Newman - I’m Not Talking

    Voraussichtlich im Oktober erscheint das dritte Solo-Album von A.C. Newman – der sonst bekanntlich bei den New Pornographers singt und songwritert. Mit „I’m Not Talking“ verschenkt Newman das Eröffnungsstück der neuen Platte „Shut Down The Streets“ und zeigt seine Liebe zu süffigem Pop mit 70er-Jahre-Grandezza, die er hier mit originellen Keyboard-Sounds nachzustellen versucht. Im Refrain […] mehr…

  • Nicolas Sturm Cover

    Nicolas Sturm - Prolog

    Bodenständige, sehnsuchtsvolle Songs mit lakonischen Texten von einem Singer/Songwriter, der mit seiner angerauten, kantigen Stimme ideal dafür geeignet zu sein scheint, beim Hören seiner Songs die letzten Tage Sommer in sich aufzusaugen. Simple Gitarrenklänge runden das folkige Klangspiel ab. Ein bisschen Dylan-Verehrung, in seiner angenehmen Einfachheit ein bisschen deutsche Cash-Interpretation. Nach der deutschen Songwriter-Welle ist […] mehr…

  • Two Gallants

    Two Gallants - My Love won’t wait

    Am 4. September veröffentlichen Two Gallants ihr neues Album „The Bloom and the Blight“. Fünf Jahre haben uns die Folk-Punk-Musiker auf ihr neues Album warten lassen. Mit der Single „My Love won’t wait“ legt das Duo nun ordentlich vor. Adam Stephens Stimme, die in einem Moment kratzig-brüchig aufschreit, um dann fast wieder sanft anzuklingen, passt […] mehr…

  • Dan Deacon

    Dan Deacon - America

    Darf man diese Musik Wall of Sound nennen, ohne gleich an Phil Spector denken zu müssen? Immerhin kommt hier ein elektronischer Wirbelsturm aus den Boxen, der nur selten abebbt. Dan Deacon ist ein ausgebildeter Komponist aus Baltimore, mit große Liebe für Sturm-und-Drang-Musiken und hyperventilierende Soundcollagen. „America  kombiniert amoklaufende Analog-Sounds mit opulenten Orchester-Passagen, Licht und Dunkelheit, […] mehr…

  • Chelsea Light Moving

    Chelsea Light Moving - Burroughs

    Die Trennungsnachricht von Thurston Moore und Kim Gordon schockierte die Sonic Youth Fans dieser Welt. Die Zukunft der Band scheint immer noch unklar, jedoch erscheint ein Hoffnungsschimmer am Horizont des Indie-Rock: Chelsea Light Moving, das neue Projekt um den Leadsänger Thurston Moore. „Burroughs“ ist der erste und wohl bis jetzt beste Track einer Bandsession, die […] mehr…

  • Yeasayer

    Yeasayer - Fragrant World

    Vor zwei Jahren, als „Odd Blood“ erschien, gaben Yeasayer Anlass zur Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Club-Regentschaft von Rihanna sich dem Ende entgegen neigt, dem Kirmestechno von Lady Gaga der Strom abgedreht wird, die Welt also noch zu retten ist. Das Album bot Pop für Fortgeschrittene in Reinform, war so süchtigmachend, experimentierfreudig und anspielungsreich wie […] mehr…

  • Madsen

    Madsen - Wo es beginnt

    „Ich hab mich gefraaaagt/ Wo will ich hiiiin/ Und macht mein Leben wirklich einen Siiiinn/ Und mir wird klaaaar/ Ich war nur bliiiind/ Denn ich bin daaaa/ Wo es beginnt.“ So geht das fünfte Album von Madsen los, und mal abgesehen davon, dass niemand jemals den Anglizismus „Sinn machen“ verwenden sollte: Recht haben sie ja […] mehr…

  • Ry Cooder

    Ry Cooder - Election Special

    Vergangenes Jahr bewarb Ry Cooder seine Platte „Pull Up Some Dust and Sit Down“ mit der Forderung: „Diese Zeiten brauchen eine neue Art Protestsong.“ Jetzt wirft er mit seinem Agitprop-Album „Election Special“ sozusagen die Punk-Fortsetzung in den US-Wahlkampf. Neu ist das natürlich nicht, der Roots-Archäologe Cooder erinnert mit spartanischer Garagen-Produktion an Woody Guthrie, die Blues-Ankläger […] mehr…

  • Bonaparte

    Bonaparte - Sorry, We’re Open

    Bonaparte habe ich mir bisher immer als bunte Zirkustruppe vorgestellt, mit Tobias Jundt als großem Zampano und Direktor. Eine laute Freakshow mit üppigem Kostümfundus, analog und immer auch ein bisschen altmodisch – eben so wie die Bandfotos, die ein bisschen an die vergessene Jugendbewegung der Spontis erinnern. Die Musik blieb dabei immer ein wenig im […] mehr…

  • Magic Mike

    Magic Mike - Regie: Steven Soderbergh

    Kaum ein Kinoregisseur beherrscht die Gratwanderung zwischen Mainstream und Arthouse perfekter als Steven Soderbergh. Selbst bei dieser Kolportage im Milieu männlicher Stripper, mit der ihm erstmals seit der „Ocean’s“-Trilogie wieder ein richtiger Hit gelang, balanciert er stilistisch versiert die komödiantischen, dramatischen und romantischen Seiten aus. Mike (Channing Tatum) ist der Star einer Stripper-Revue, bei der […] mehr…

  • Lynyrd Skynyrd

    Lynyrd Skynyrd - Last Of A Dying Breed

    Lynyrd Skynyrd ist ein Synonym für Southern Rock wie Tempo für Taschentuch. Längst ist die vor mehr als 40 Jahren gegründete Band vor allem ein national treasure, eine Marke, die Musik zum Selbstverständnis des traditionellen Südens. Die letzten einer aussterbenden Art? Sicher. Neben ihrem Stolz und der programmatischen Simple-music-for-simple-minds-Haltung hat sich die Band aber noch […] mehr…

  • Aimee Mann

    Aimee Mann - Charmer

    Man hat diese Stimme ja durchaus vermisst. Zumindest, wenn mal wieder im Nachtprogramm eine Wiederholung von „Magnolia“ lief, und diese wundervolle Szene kommt, in der die Protagonisten leise, verzweifelt, eindringlich „Save Me“ singen. Dass Aimee Mann mehr Können im Oeuvre hat als die paar Songs für den zu Recht gefeierten Soundtrack sollte sich inzwischen herumgesprochen […] mehr…

  • Ariel Pink

    Ariel Pink’s Haunted Graffiti - Mature Themes

    Man muss nicht gleich behaupten, dass Ariel Pink nun zu seinen Wurzeln zurückgekehrt sei. Von den verschrammten Spielereien seiner frühen Solowerke ist auch „Mature Themes“ weit entfernt. Aber wenn man „Before Today“, das letzte Album mit seiner Band Haunted Graffiti, als eine hypnagogische Übung in überproduziertem Softrock verstehen konnte, dann hört man ihn auf diesem […] mehr…

  • James Yorkston

    James Yorkston   - I Was A Cat From…

    Die Kunst von James Yorkston wirkt so brüchig wie ein altes Mosaik. Von Nahem scheint sie verwirrend zusammenhanglos; erst mit einigem Abstand wird das Panorama vollständig. Seit zehn Jahren musiziert der Schotte in der Traditionslinie von Bert Jansch und John Martyn, jedoch immer mit der ihm eigenen unergründlichen Stimme, die sich um alles Eindeutige windet, […] mehr…

  • Wolf Maahn

    Wolf Maahn - Lieder vom Rand der Galaxis…

    Nie enttäuscht hat Wolf Maahn, der als viriler Gefühlsmagier unbeirrt Songs singt, die eigentlich Kitsch sein müssten. Aber auch allein an der Gitarre macht er aus Schmachtfetzen wie „Total verliebt in dich“, „Kind der Sterne„, „Nothing But A Heartache“ und „Gut, gut, gut“ seltsam anrühende Schmusestücke, die einem heiße Zähren in die Augen treiben. Stundenlang […] mehr…