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Prince Musicology


Prince war nicht wirklich bekannt dafür, auf sein Umfeld zu hören. Aber der in den Neunzigern als „Love Symbol“ tätige Künstler erreichte Anfang des neuen Jahrtausends immer weniger Fans. Er musste sich öffnen. Nach Vereinbarung seines ersten Major-­Label-Vertriebs seit fünf Jahren, damit bewilligtem Werbebudget sowie kluger Taktik, auch seiner Berater (Auftritt bei Grammy und Super Bowl, CDs als kostenlose Zeitungsbeilagen), erlebte er ab 2004 mit „Musicology“ eine Renaissance.

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Nicht der Geschäftsmann Prince blieb stur, der Musiker aber schon – er hätte ja nicht autonom im Studio arbeiten müssen, sondern erstmals einen Produzenten engagieren können. Der selbstbewusste Platten­titel sollte zwar das neue Image vom gereiften „Godfather of Funk“ begründen. Songs wie „Life ‘O’ The Party“ demonstrierten jedoch, dass er längst kein Innovator mehr war – sondern Nachahmer des Rhythm & Blues der Jüngeren.

„3121“ (2006,★★), seine erste Nummer 1 in Amerika seit 17 Jahren, war nicht mehr als ein cleverer Pas­tiche von populärem Latino-R&B („Te Amo Corazón“), vermengt mit Zitaten aus eigenen Hits wie „1999“ („Fury“) und „Kiss“ („Black Sweat“).
„Planet Earth“ (2007,★★½) erinnerte gelegentlich an den frühen, souveränen Prince. Der warf oft die Rhythmusmaschine an, komponierte die Songs dann aber erst fertig und überlegte sich das finale Arrangement – egal welcher Stil gerade hip erschien. Prince war ja in Pop und Rock noch talentierter als in Soul und Funk.

Das kam nun Stücken wie „Guitar“ zugute, vor allem aber dem Titellied „Planet Earth“. Seine Bitte um Rettung des Planeten orchestrierte er als Sturm der Gitarre, mit seinen vielleicht besten, wütendsten 52 Sekunden als Instrumentalist, majestätischer noch als mit jenem Solo aus dem „Purple Rain“-Hit „Let’s Go Crazy“.

Verlernt hatte Prince ­also nichts. Aber es fehlten die Magie und die Stringenz früherer Werke. ­Prince wurde vom Anführer zum sich unter Wert verkaufenden Mitläufer. (­Sony)


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