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Shelby Lynne & Allison Moorer Not Dark Yet


Thirty Tigers/Alive

Die eine hat es (zunächst) eher mit Nash­ville versucht, die andere dann doch lieber ohne. Aber sowohl Allison Moorer als auch ihre vier Jahre ältere Schwester Shelby Lynne haben respektable Karrie­ren hingelegt, Grammy (Lynne) und Oscarnominierung (Moorer) inklusive. Ein gemeinsames Album war lange überfällig und lag spätestens 2011 nach einer Duotour auch schon in der Luft. Doch über Selbstverfasstes, wie damals in Aussicht gestellt, fällt die Verständigung vielleicht doch schwerer als über die Coversliste von „Not Dark Yet“.

Die ist eklektisch im besten Sinne. „Every Time You Leave“ (Louvin Brothers), ein ach so schmachtendes „Looking For Blue Eyes“ (Jessi Colter) oder auch Townes Van Zandts „Lungs“ bleiben dabei auf der traditionellen Seite, während Lynne/Moorer auf der anderen in „My List“ etwa die Emorock-Rhetorik der Killers herunterdimmen. Irgend­wo dazwischen schimmert Dylans Titelsong, schön tastend interpretiert von einer kleinen, feinen Studiobesetzung um Heartbreaker Benmont Tench (der fast nur Piano spielt):

Lucinda-­Williams-Gitarrist Doug Pettibone und der aktuellen Richard-Thompson-Rythmusgruppe, Taras Prodaniuk und Michael Jerome. Sohnemann Teddy Thompson produzierte. Auch Nick Caves wundervolles „Into My Arms“ bleibt pianozentriert und wird doch behutsam geöffnet. Einzig „Lithium“, hmm … ist für mich einfach kein Duett. Obwohl sich alle Beteiligten um das nötige Maß an, sorry, Zerschossenheit bemühen (oder vielleicht gerade deswegen), bleibt Kurt Cobain hier eher ein Fremdkörper.

Kooperation

Aber wenn diese beiden Stimmen in „The Color Of A Cloudy Day“ (Jason Isbell) oder Merle Haggards „Silver Wings“ gemeinsam auf- und abschwingen, wird evident, dass sie dies schon sehr lange zusammen tun, ohne groß überlegen zu müssen, was genau sie da tun. Selbst wenn sie es lange nicht mehr getan haben. Mit den Herzrhythmusstörungen von „My List“ fing es an. So soll es dann auch enden, am Rande der Dunkelheit, ein einziges Mal sogar selbst geschrieben. „Is it too much to carry in your heart?“, fragen Shelby Lynne und Allison Moorer. Solange sie einander haben, liegt die Antwort auf der Hand.


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Eine amateurhafte Aufnahm des frühen „I Feel It In My Heart“ (1976) zeigt die allerliebste Tina Weymouth mit gescheitelter Kurzfrisur an ihrer großen Bassgitarre, die sie ja bediente wie kein anderer Mensch - sie gab stets das Muster für das Bassgitarrespielen überhaupt. Der nervöse David Byrne singt dieses zarte, verzweifelte Lied über jemanden, der gern Freude an seiner Arbeit hätte und der Familie ein Sonnenschein wäre. Er müßte es halt nur noch entschiedener versuchen, glaubt er. https://www.youtube.com/watch?v=ewY34GqbRkA Damit war der Ton vorgegeben, der die Studien in Soziopathie auf „77“ (★★★★★) bestimmt. Zum trockenen Groove besingt Byrne die Nöte und Wonnen…
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