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The See See Once, Forever And Again

Great Pop Supplement

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Foto: Great Pop Supplement

Ist die erste Enttäuschung darüber verflogen, dass fast die Hälfte der Cuts ihre Premiere auf Singles hatten und hier dem Fan schnöde zur Zweitverwertung angedient werden, beginnt das dritte Album der rührigen Sixties-Ästheten seine ureigene Dynamik zu entfalten, nicht zuletzt dank des klugen Sequencing. Vom orgelschummrigen Titel-Track führt der kaleidoskopische Trip zu einer Fülle von Hörenswürdigkeiten, weniger soundvernarrt und effektevernebelt als ehedem, dafür den Liedern dienlicher.

Richard Olsons Stimme spielt nicht mehr hinter den Instrumenten Verstecken, sondern führt die Melodien souverän vor, ganz auf deren Stärke vertrauend. Die Statik der Songs ist besser ausbalanciert, auch die Arrangements sind nun transparenter, der Mix ist runder, der weitgehende Verzicht auf lückenfüllende Klangspielereien tut ausgesprochen gut.

Was natürlich nicht heißt, dass The See See jetzt völlig schnörkellos spielen, fern von Psychedelia. Es schwärmt und irrlichtert durchaus, die Gitarre übt sich in subkutan verabreichter Saitenstichelei, und den Songtexten wohnt jener Syd-Schwurbel inne, dem in den Sixties gern Tiefgang attestiert wurde, weil er alles und nichts bedeutete, wenn man nur die richtige Substanz intus hatte. Keine Zäsur mithin, bloß musikalische Evolution. So klingeln die Byrds-Gitarren in „Big Bad Storm“ nicht mehr hell und offensiv, sondern agieren im Camouflage-Modus, in „Mary Anne“ wechseln brüske Riffs mit melodischer Süßholzraspelei, die walisisch gefärbte Piano-Ballade „Ynys Las“ ist kongenial brass-veredelt, alles klingt wohlüberlegt und selbstbewusst.

Nur „Song For Billy Nova“, in der 7inch-Version nach knapp fünf Minuten fertig, wird hier mit längerem Intro und einer Singsang-Coda ausgestattet, die zwar Brian Wilson ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte, indes ebenso redundant ist wie der glücklicherweise kurze Schluss-Track von Seite eins mit dem Titel „Sun Arrows“. Toller Trip, trotzdem.

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