Tori Amos: Gold Dust (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Tori Amos Gold Dust


Universal


von

Randy Newman hat länger gebraucht, um in der Neulese des eigenen Werks anzukommen. Tori Amos reichten 20 Jahre, seit sie mit ihrem Bösendorfer, ihrer schonungslosen Exzentrik und ein paar unglaublichen Songs auf „Little Earthquakes“ Aufsehen erregte. Nach ihrer Hinwendung zu klassischer Musik (auf „Night Of Hunters“) überrascht es kaum, dass Amos nun Gefallen daran findet, 14 ausgewählte Stücke ihres Oeuvres mit Orchesterbegleitung neu zu interpretieren, ermuntert von ihrem ersten Auftritt mit dem Metropole Orchestra in Amsterdam vor zwei Jahren.

Dabei findet Amos nichts dabei, auch vergleichsweise frisches Material gleich noch mal unter die Lupe zu nehmen. So geht’s hier los mit „Flavor“ von 2009, das jetzt wohlig in Streichern badet. Mit „Programmable Soda“ und „Girl Disappearing“ sind zudem gleich zwei Stücke von „American Doll Posse“ (2007) vertreten. „Gold Dust“ ist also keine Greatest-Hits-Auslese, mit „To Venus And Back“ und „The Beekeeper“ bleiben zwei Alben komplett außen vor. Es ist allerdings doch vor allem ein Ausflug in die 90er-Jahre, und man hört Songs wie „Silent All These Years“ und „Winter“ wieder, und denkt sich, schon okay so, und hört auch „Precious Things“ und denkt sich, eher nicht okay so, weil die Orchester-Dramatisierung die tollkühne Unverfrorenheit des Stücks doch eher begräbt. Dass Tori Amos noch einmal etwas Neues in alten Songs entdecken möchte, das erst die Jahre mit sich gebracht haben (können), ist aus ihrer Sicht verständlich. Aber klar wird auch: Sie hat nie mehr als sich und ihr Klavier gebraucht, um zu verzaubern und zu verstören.


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