Roger Taylor über neues Soloalbum: „Jetzt geht es nur noch um mich“


von

Roger Taylor hat schon einiges hinter sich. Seine Band Queen gehört zu den bekanntesten Rockbands aller Zeiten. Als Drummer, Sänger und Komponisten war er bei den größten Erfolgen der Band dabei. 2018 erschien mit „Bohemian Rhapsody“ sogar ein Film zur Band der weltweit Platz 1 der Kinocharts erreichte und ein Rekordergebnis an den Kinokassen einfuhr.

Doch auch als eigenständiger Musiker ist der Multiinstrumentalist unterwegs. Das letzte seiner fünf Solo-Alben ist mittlerweile zwar schon acht Jahre her. Mit „Outsider“ soll am 1. Oktober aber die nächste Platte ohne Queen-Unterstützung erscheinen. Im Interview mit „Billboard“ erzählte Taylor nun, wie diese klingen soll und was die Pandemie mit der Entstehung des Projekts zu tun hatte.

„Outsider“ ist in Quarantäne entstanden

„Wissen Sie, es ist sehr schwer, sich zurückzulehnen und sich selbst zu beobachten – ich finde es sehr schwer, mich selbst zu beurteilen, denke ich“, erwidert Taylor auf die Frage, aus welcher Perspektive er das neue Album schrieb. „Vielleicht bin ich älter, weiser. Ich denke, dass ich vielleicht einfach nur erwachsener werde, dass die ganze Atmosphäre des Albums erwachsener ist als das, was ich vorher gemacht habe, vielleicht ein bisschen anspruchsvoller als vorher. Und seien wir mal ehrlich – ich bin viel älter und vielleicht ein bisschen weiser, obwohl ich hoffe, dass einiges davon schön unverantwortlich und Rock n‘ Roll ist.“

Für die Entstehung des Albums, so verrät er weiter, sei eine längere Isolation im Zuge der Pandemie verantwortlich. Er habe zu dieser Zeit ein paar Tage mit seiner Frau in seinem Haus am Meer in Cornwall verbringen wollen. Aus dem für drei Tage angesetzten Kurz-Trip wurde dann aber eine viermonatige Quarantäne. Aus dieser Situation heraus, so Taylor, entstand der erste Song der Platte, der passenderweise „Isolation“ heißt. Daraufhin, habe er sich an die Arbeit gemacht, um weiteres Material zu produzieren. „Es fühlte sich einfach wie ein schönes Projekt an.“

Fortsetzung von Bohemian Rhapsody? Mal sehen…

Für die Arbeit am Album, so wie für andere Solo-Projekte in der Vergangenheit, berichtet der Sänger weiter, wäre es wichtig gewesen, für sich zu arbeiten. „In den letzten 20 Jahren oder so habe ich wirklich nur für mich geschrieben, weil Queen nichts Neues veröffentlicht haben“, so Taylor. „Früher habe ich vielleicht etwas geschrieben und gesagt: ‚Oh, das würde gut zu Queen passen‘, aber natürlich habe ich immer mit Freddie Mercurys Stimme im Kopf gearbeitet, also wäre es etwas anderes. Jetzt geht es nur noch um mich.“

Auch zu einer etwaigen Fortsetzung vom „Bohemian Rhapsody“-Film äußerte sich der Musiker. Seit dem Anlaufen des Films 2018 hoffen viele Fans auf einen zweiten Teil, da die Geschichte der Band noch nicht zuende erzählt wurde. Aktuell, verrät Taylor, gäbe es dafür aber noch keine konkreten Pläne. „Ich glaube, als wir den Film gemacht haben, dachten wir: ‚Nun, das lief wirklich gut. Lassen wir es dabei bewenden.‘ Es gibt einen riesigen Appetit auf eine Art Fortsetzung, aber ich habe noch kein Drehbuch gesehen, das umsetzbar ist.“

Ausschließen wolle er eine Fortsetzung aber nicht: „Der Film ging nur bis zum Live-Aid-Konzert im Jahr 1985, also gibt es offensichtlich noch viel mehr zu erzählen. Ich denke, es wäre dumm, eine Fortsetzung auszuschließen… wenn sich etwas ergibt, und es eine richtige Sache ist, nicht nur ein Cash-in, nicht Volume Two. Aber ich würde es auf keinen Fall ausschließen.“

„Outsider“ ist in zwei Formaten vorbestellbar und erscheint am 1. Oktober. Taylor wird im Anschluss auf UK-Tour gehen.