100. Geburtstag von Charles Mingus: Meister der Stärke und Anmut


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Charles Mingus war so viel mehr als ein Bassist – Komponist, Konzeptualist, klassisch ausgebildeter Cellist, Sozialkritiker -, dass man manchmal leicht vergisst, wie viel Kraft er auf seinem Instrument hatte. Aber das Herzstück seiner üppigen, kaleidoskopartigen Stücke war ein unerbittlicher rhythmischer Antrieb, der von seinen Fingern durch die Saiten und direkt in seine Bands floss.

Es klang so, als würden die Solisten auf einem riesigen Trampolin springen. Hören Sie ihn bei klassischen Kompositionen wie „II B.S.“ und „Better Get Hit in Your Soul“ zusammen mit dem Schlagzeuger und musikalischen Seelenverwandten Dannie Richmond, und Sie werden ein Gefühl für die Stärke und Anmut seines Spiels bekommen, die Art und Weise, wie er eine Linie sowohl unförmig als auch flink klingen lassen konnte.

Mingus Karriere umspannte mehrere Epochen des Jazz, und seine Beherrschung des Instruments ließ stilistische Trennungen irrelevant erscheinen. Aus diesem Grund fühlte er sich überall zu Hause: In den späten vierziger Jahren mit Lionel Hamptons Big Band, in den fünfziger Jahren mit anderen Bebop-Größen (auf dem berühmten „Jazz-at-Massey-Hall“-Album mit Bassparts, die im Studio von Mingus überspielt wurden) und in den sechziger Jahren mit seinem musikalischen Idol Duke Ellington (auf dem unsterblichen „Money Jungle“).

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Obwohl er vor allem für seinen Beitrag zum Jazz bekannt war, war er nie an ihn gebunden, wie seine Zusammenarbeit mit Joni Mitchell und sein Einfluss auf Rockgrößen der Sechziger wie Jack Bruce und Charlie Watts zeigen. Sein ganzes Leben lang sprach sich Mingus ständig gegen diejenigen aus, die versuchten, sein künstlerisches Schaffen einzuschränken oder zu unterschätzen. Über die Ungerechtigkeit einer Umfrage von Jazzkritikern sagte er einmal: Ich will keine dieser verdammten Umfragen. Ich weiß, was für ein Bassist ich bin.“

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