Rolling Stones in Wien: die überlebensgroßen Archetypen des Rock’n’Roll


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Es braucht an diesem Abend nur ein paar Anfangsakkorde, um die Stimmung nach oben zu treiben. Hier muss man sich nicht aufeinander eingewöhnen: Es sind schließlich die Stones, und die legen mit „You Got Me Rocking“ und „It’s Only Rock’n’Roll (But I Like It)“ amtlich nach, ehe man nach „Tumbling Dice“ mit „Angie“ eine kurze Balladenverschnaufpause gibt. Nach „Doom And Gloom“ steht jenes Lied auf dem Programm, das Fans über das Internet aus einer handvoll Möglichkeiten wählen konnten. Jagger witzelt – auf deutsch – , man wollte eigentlich „Rise Like A Phoenix“ von der österreichischen Gewinnerin des Eurovison Songconest 2014, Conchita Wurst, spielen, habe sich dann aber doch für einen Stones-Song entschieden. In Berlin gab es denselben Witz mit den Scorpions. Wenig überraschend fiel die Wahl auf „Get Off My Cloud“, bei dem die Band in einer energetischen, rastlosen Version begeistert. Bei jener Voting-Aktion verschrieb man sich übrigens ein wenig beim Städtenamen: statt „#StonesWien“ stand da im Vorfeld „#StonesWein“ zu lesen. Vielleicht ja ein Seitenhieb auf Keith Richards And The Winos?

Apropos Keith: der übernimmt nach einer fulminanten Version von „Honky Tonk Women“ für zwei Songs die Lead-Vocals. Macht erst mal die altbekannte Geste und klopft mit der Faust auf Kopf, Herz und Lendengegend. Sagt „It’s good to be here, well, it’s just good to be anywhere“, wird frenetisch bejubelt und grinst erstmal sein unfassbares Grinsen über beide Ohren. Ein Grinsen, das uns zu sagen wollen scheint: „Ich bin überraschter als ihr, immer noch da zu sein“. Dann greift er zur Akustikgitarre, „You Got The Silver“ steht am Programm: Herzzereißend räudig und irgendwie auf eine schräge Art würdevoll wie immer, wenn „Keef“ Balladen singt. Danach bringt man ihm eine Les Paul Junior, „Can’t Be Seen“ ist dran, Richards sorgt für den Rhythmus, Ronnie Wood soliert und erntet dafür Blicke der Zuneigung von seinem alten Buddy Keith.



The Rolling Stones: Alle Details zum Deluxe-Reissue von „Goats Head Soup“

Die Rolling Stones haben am Donnerstag (09. Juli) das Reissue ihres 1973er-Albums „Goats Head Soup“ angekündigt. Der Edition werden drei bislang unveröffentlichte Stücke beigefügt sein – „Criss Cross“, „Scarlet“ und „All The Rage“. Dazu gibt's Demoversionen, Outtakes und Live-Mitschnitte. Das Set erscheint am 04. September. https://www.youtube.com/watch?v=SP73-cOHuHU&src=Linkfire&lId=c41a328a-24c0-491d-9449-30c85e3a85ef&cId=3969a599-2988-11e7-9fd0-066c3e7a8751 Das Set erscheint in einer 2-Tonträger-Fassung, als auch in einer Deluxe-Edition auf vier LPs und vier CDs. Enthalten sind darin das Konzert „Brussels Affair“, aufgenommen in der „Forest National Arena“ im Oktober 1973, außerdem ein 120-Seiten-Buch mit Fotos und Essays und vier Poster-Repros von 1973 – zusammengerollt, wie vermerkt wird, um das Package nicht…
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