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Song des Tages: The Beatles – „A Hard Day’s Night“

Der Ausbruch einer 12-saitigen Gitarre scheint das Chaos und die Euphorie der Beatlemania noch einmal wiederbeleben zu wollen. Das Strahlen in diesem Akkord, die mit Händen greifbare Begeisterung der Band und die im Titel angesprochene physische Erschöpfung machen „A Hard Day’s Night“ zu einem Mini-Film, der den meteorhaften Aufstieg der Beatles noch einmal Revue passieren lässt.

„Damals waren es vor allem die Intros und die Abschlüsse eines Songs, um die ich mich vorrangig kümmerte“, sagt George Martin. „Wir brauchten einen Knalleffekt, damit man sofort in den Song gesogen wurde.“ Bei den Proben spielte Lennon mit einigen Akkorden herum, um den gesuchten Knalleffekt zu finden. „Es war reiner Zufall“, so Martin, „dass er den richtigen fand. Als wir ihn hörten, wussten wir sofort, dass er den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.“

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Beatles-Weisheit: Ein guter Titel ist die halbe Miete

Der Titel basierte auf einem von Ringos schnoddrigen Sprüchen. „We were working all day and then into the night, and I came out thinking it was still day and said:, It’s been a hard day‘, and noticing it was dark: …’s night.'“ Als Lennon davon Regisseur Richard Lester erzählte, war der Name des Films gefunden. Sie mussten nur noch den Song schreiben, der zum Titel passte. „John und ich hielten immer die Augen nach pfiffigen Songtiteln auf“, so McCartney. „Wenn man einen guten Titel hat, ist das schon die halbe Miete. Mit, A Hard Day’s Night‘ hatten wir gleich den Fuß in der Tür.“

Lennon schrieb den Song am Abend vor der Aufnahme und kritzelte den Text auf eine Geburtstagskarte für seinen Sohn Julian. In drei Stunden nahm die Band den Song auf. Das größte Problem bereitete Harrisons Solo. Doch als die Session abends um zehn Uhr zu Ende ging, hatte er eines seiner cleversten Soli kreiert – ein aufwärts steigender Gitarrenlauf, der zwei Mal wiederholt und mit einem kreisenden Schnörkel abgerundet wird, wobei Martins Piano den glockenartigen Sound der Gitarre wieder aufgreift. „George“, so Geoff Emerick, „konnte intensiv an seinen Soli arbeiten.“

Harrisons spielte auch das Solo im Fade-out, ein kreiselndes Gitarren-Arpeggio, das ebenfalls Martins Idee war: „Ich habe ihnen immer zu erklären versucht, wie wichtig es ist, einen Song einzubetten – ihn nicht einfach abzuschließen, sondern so nachhallen zu lassen, dass gleich der Übergang zum kommenden Klangbild gewährleistet ist.“

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