Tropicalismo-Legende: Brasilianische Sängerin Gal Costa ist tot


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Im Alter von 77 Jahren ist Gal Costa, eine der bekanntesten Sängerinnen Brasiliens, am Mittwoch (09. November) verstorben. Die Todesursache blieb zunächst unklar.

Maria da Graça Costa Penna Burgos, so ihr bürgerlicher Name, gilt als Mitbegründerin der Tropicalismo-Bewegung und war eine der renommiertesten Vertreterinnen der brasilianischen Pop-Musik.

Gals Einfluss auf die Tropicalismo-Bewegung

Ab 1967 war Costa Teil des Tropicalismo (auch: Tropicália), einer politischen Bewegung sowie neuen musikalischen Strömung in Brasilien. Gemeinsam mit Vertretern wie Caetano Veloso und Gilberto Gil vermischte die Musikerin gegensätzliche Musikstile: So entstand unter anderem das Kooperations-Album „Tropicália Ou Panis Et Circensis“ (1968). In Zusammenarbeit mit den Musikern Os Mutantes, Gilberto Gil, Caetano Veloso und Tom Zé sind zwölf Werke zwischen Rock und Bossa Nova entstanden. Die Platte stellt bis heute eines der grundlegenden Werke der Bewegung dar.

Durch die Verbindung vermeintlich gegensätzlicher Stile revolutionierte Gal die brasilianische Musik, jedoch nicht, ohne dadurch anzuecken: Von der herrschenden Militärdiktatur wurde die Tropicalismo-Bewegung als Bedrohung gesehen. Aufgrund ihres Songs „É Proibido Proíbír“ („Es ist verboten, zu verbieten“) wurden Velosos und Mutantes zum Beispiel zuerst inhaftiert und später ins Exil geschickt.

Wegbegleiter*innen erinnern an Costa

Gil, ihr Kollege sowie ehemaliger Kulturminister Brasiliens, auf Twitter: „Ich bin sehr traurig und bewegt vom Tod meiner Schwester Gaúcha, @Gal Costa.“

Auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gedachte der Musikerin und schrieb über ihren besonderen Einfluss: „Gal Costa war eine der größten Sänger*innen der Welt, eine unserer wichtigsten Künstler*innen, die den Namen und die Klänge Brasiliens in die ganze Welt getragen hat. Ihr Talent, ihre Technik und ihr Wagemut haben unsere Kultur bereichert und das Leben von Millionen von Brasilianer*innen geprägt.“