Warum Guns N‘ Roses schon 1985 die Musikwelt veränderten

Ausgerechnet in der Nacht, in der sie die Heroin-Hymne „Mr. Brownstone“ schrieben, erwischte Slash eine Überdosis

Juni 1985: Sunset Superstars – Guns N’Roses hängen in Los Angeles alle anderen Hair-Metaller ab

„Als die Drogen und die Jasager kamen, ging die Band vor die Hunde“, erinnert sich Bassist Duff McKagan an seine Zeit mit Guns N’Roses. „Aber an manchen Abenden waren wir die verflucht beste Band auf diesem Planeten!“ Ihr erster Gig im Juni 1985 gehörte nicht dazu. Als McKagan, die Gitarristen Slash und Izzy Stradlin, Drummer Steven Adler und Sänger W. Axl Rose an jenem Abend ihr Debüt im „Troubadour“ gaben, bestand das Publikum aus genau zwei Leuten. Der Sunset Strip war damals Hauptstadt des Hair-Metal, in der aufstrebende junge Rocker scharenweise Bands nach dem Vorbild der lokalen Legenden Mötley Crüe gründeten.

Doch das reichte offensichtlich nicht: Ausgerechnet in der Nacht, in der sie die Heroin-Hymne „Mr. Brownstone“ schrieben, erwischte Slash eine Überdosis. „Wir probierten mexikanisches Heroin – Izzy und seine Freundin brachten mich zurück“, sagt er. „Das waren lustige Zeiten.“ …Es gab kein Badezimmer, keine Dusche, keine Küche. Es war so eng, dass nur drei Leute gleichzeitig schlafen konnten. An diesem tristen Ort entstand der größte Teil von „Appetite For Destruction“. „Eines Abends besorgten wir uns ein paar akustische Gitarren und Bongos und schrieben ‚Nighttrain‘“, erzählt McKagan. „Night Train tranken wir, weil die Flasche nur 1,19 Dollar kostete und das Zeug einem das Gefühl gab, gleichzeitig besoffen und auf Acid zu sein.“

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Guns N‘ Roses aktuell:

Wenn sich eine Band das Sprichwort „Gut Ding will Weile haben“ besonders zu Herzen genommen hat, ist es wohl Guns N‘ Roses. Ihre Konzerte gehen gerne mal 180 Minuten, deutlich länger als die anderer Künstler:innen. In einem Interview verrät Bassist Duff McKagan, was hinter den überdurchschnittlich langen Live-Performances steckt und warum sie sie nicht kürzen.

„Es sind einfach zu viele Songs“

Gegenüber „Heavy Music“ geht McKagan darauf ein, wie er und auch die anderen Bandmitglieder zu den umfangreichen Setlists stehen: „Mann, Axl liebt es – weißt du, ich denke, es ist – verdammt, es ist wie, welche Songs nimmst du raus, weißt du, wenn du kürzer spielen willst?“ Er selbst erlebt diesbezüglich einen Zweispalt: „Versteht mich nicht falsch – mein Körper würde es lieben, wenn wir nur zweieinhalb Stunden spielen würden. Die meisten Bands spielen ja auch zwei Stunden. Zwei Stunden und 10 Minuten oder so und wir spielen drei Stunden und dreißig Minuten. Ich würde gerne kürzer spielen, weil ich dann am nächsten Tag weniger Schmerzen hätte. Aber es sind einfach zu viele Songs, und die Leute bleiben die ganze Zeit. Keiner geht, also heißt es: ‚Okay, es muss ihnen gefallen.’“

Duff McKagan im Interview:

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„Ich liebe es wirklich“

McKagan erklärt, dass ihre eigene Begeisterung für die Lieder grundsätzlich die Entscheidungen lenkt: „Wir holen andere Songs raus. Ich liebe es wirklich, ‚Bad Obsession‘ zu spielen, weißt du? ‚Pretty Tied Up‘. Das ist so toll… Wir spielen sie alle. ‚Reckless‘ und ‚Shadow‘. Ich sehe Axl an und sage: ‚Ja, bist du sicher, Mann? Wir müssen in ein paar Nächten wieder spielen.’“

Ihre starke Motivation hat in der Vergangenheit aber auch schon ihre Spuren hinterlassen: „Aber er ist ein Monster, Mann, dieser Kerl. Axl. Wie seine Langlebigkeit. Wir mussten nur eine Show wegen des Gesangs absagen, weil er eine Schwellung bekam – kein Wunder – eine Schwellung an einer Seite. Er wollte den Gig trotzdem absolvieren, und der Arzt meinte: ‚Sie könnten Ihre Stimme für immer ruinieren‘. Vor ein paar Jahren haben wir eine Show in Glasgow abgesagt. Wir haben es nachgeholt.“

 

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