Zum Tod von Tom Petty: Essay von „Ehren-Heartbreaker“ Stevie Nicks


von

Von Stevie Nicks

Ich war seit etwa einem Jahr bei Fleetwood Mac, als ich 1976 sein Debütalbum hörte. Ich liebte es, wie Toms knödelige Südstaatenstimme mit Mike Campbells Gitarre und Benmont Tenchs Keyboards verschmolz. Tom hatte die gleichen Einflüsse wie wir – die Byrds, Neil Young, Crosby, Stills & Nash –, aber er grub zusätzlich noch viel von dem ganz alten Blues aus. Er ist ein großartiger Sänger und ein charismatischer Performer. Ich war auf der Stelle ein Fan.

Als ich dann mein erstes Solo-Album „Bella Donna“ aufnahm, war mein erster Gedanke: „Wer hat Tom Petty produziert?“ Es war Jimmy Iovine, also holte ich Jimmy, weil mein Album genauso klingen sollte wie seins. Ich traf Tom wenig später im Studio, und er war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte: Er ist eine ehrliche Haut. Jimmy und Tom boten mir dann „Stop Draggin’ My Heart Around“ an, das Tom zusammen mit Campbell geschrieben hatte. Als sie mir den Song vorstellten, sagte ich: „Ist das denn eine gute Idee? Das ist der einzige von elf Songs, der nicht von mir stammt?“ Und Tom und Jimmy waren brutal ehrlich mit mir: „Du hast keine Single auf dem Album. Hier ist deine Single.“

Geh nach Hause und schalt das Radio aus

Tom ist ein wahrer Freund, und dazu gehört auch, notfalls bittere Wahrheiten auszusprechen. 1994, ich war gerade aus dem Entzug gekommen, saß ich einmal beim Dinner mit ihm zusammen. Ich wollte ein neues Album aufnehmen, war aber verunsichert und hatte Angst. Ich fragte ihn: „Würdest du ein, zwei Songs für mich schreiben?“ Ich hatte wirklich nicht mit seiner Reaktion gerechnet, denn die war: „Nein. Werde ich nicht. Du bist eine der talentiertesten Songschreiberinnen, die es zurzeit gibt. Geh nach Hause und schalt das Radio aus. Lass dich von nichts und niemandem beeinflussen, sondern schreib einfach die großartigen Songs, die in deinem Kopf sind.“ Letztlich war er es, der Stevie Nicks wieder auf die Beine stellte.



Tom Pettys Familie wütend auf Donald Trump – „Das hätte er nie gewollt“

Zu Donald Trumps Wahlkampf-Auftritt in Tulsa, Oklahoma am Samstag (20. Juni) kamen nur sehr wenige Menschen. Als wäre das nicht schon ärgerlich genug für den derzeitigen US-Präsidenten, gab es nun auch noch Ärger wegen eines Songs, den er benutzte. Zum Einzug des Events wurde der Hit „I Won’t Back Down“ des verstorbenen Rockstars Tom Petty gespielt – und das gefiel dessen Familie gar nicht. Tom Petty sei das Gegenteil von Trump „Tom Petty hätte nie gewollt, dass einer seiner Songs für eine Hasskampagne genutzt wird“, stellte die Familie auf dem offiziellen Twitter-Account des Sängers klar. Es hätte gar keine Erlaubnis…
Weiterlesen
Zur Startseite