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A Very Good Year: ROLLING STONE & GENERATION RIESLING mit Tom Schilling & The Jazz Kids

Auf der Bühne sitzt auch Dagobert, ein geheimnisumwobener schweizerischer Dichter und Sänger, der in Habitus und Diktion an Falco erinnert. Dagobert ist hier der Advocatus diaboli und Scherzbold: Unter dem Einfluss von Wein sei ihm noch nie ein Songtext gelungen. Die Winzer hier seien alle sympathisch, aber sie wollten ja etwas verkaufen, stichelt er. Woraufhin Ellinghaus darauf verweist, dass Dagobert ja bald eine neue Platte veröffentlicht und auch etwas verkaufen wolle. In Berliner Kneipen, so der Künstler, würden ihm stets unerquickliche Weine serviert. Wo es diese guten Tropfen denn gebe – in Edelrestaurants, in Hotels, in Supermärkten? Na: zum Beispiel hier! Und Dagobert bestellt von der Bühne herab noch ein Glas Wein. Schmeckt ihm also.

Wie das denn mit der Musik sei, fragt Ellinghaus – Rauschzustände könnten ja auch mit ihr erreicht werden. Rammstein, Lindenberg, Kendrick Lamar – alles sei erlaubt, hört man, nach Stimmung und Präferenz. Und bei der Arbeit ertöne ebenso Musik wie beim Verkosten.

Folgt Verkosten am großen Holztresen.

Und dann singt Tom Schilling mit seinen Jazz Kids die fabelhaften Geschwind-Chansons von dem Album „Vilnius“. Es sind wild-melancholische Couplets und Balladen, nostalgischer Twang und Schwof, dramatisches Schlager-Bravado, perlende Gitarre, rasendes Schlagzeug und delirierende Tanztee-Orgel – kein Jazz (von einem Klaviersolo flinken abgesehen), sondern der romantische Rock’n’Roll, der ekstatische Dämmer und die Glut des frühen Nick Cave, der Tindersticks, von Element Of Crime. Schilling, im grauen Dreiteiler, wirft sich in die Songs: „Aber das, aber das, aber das ist kein Liebeslied – und schuld daran bist du.“ Er singt Bettina Wegners „Kinder“, vom schmutzigen Schnee in Berlin und davon, dass die Schwermut ein Meer füllt, ihm genug noch nie genug war. Eine Herzblutmusik.

Und so, beschwingt, beschwipst und getröstet, geht es in den kalten Berliner Herbstabend.

Christoph Voy
Christoph Voy


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