ABBA: Jetzt spricht erstmals die Live-Band der London-Shows


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Die ersten virtuellen Konzerte sind durch, die Kritiker haben gesprochen. Jetzt gehen die Shows in der eigens erbauten Auftrittshalle im Queen Elizabeth Olympic Park in London, Kenner nennen sie ABBA-Arena, auf die Langstrecke. Die Rund-90-Minuten-Shows laufen siebenmal pro Woche mindestens bis Dezember 2022. Je nach Publikumszuspruch ist die Zeitspanne – wie bei einem Westend-Musical – ausbaufähig bis April 2026. Ein Riesenprojekt für Mensch und Maschine.

Nachdem uns die internationale Kulturkritik über die Botschaft der Abbatare für unsere Zeit aufgeklärt hat, spricht im „NME“ nun erstmals die Liveband des Projekts, die im Gegensatz zu Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid als echte Menschen aus dem Rückraum der Bühne agieren. Die zehnköpfige Crew ist zusammengestellt worden unter der Ägide von Klaxons-Sänger James Righton.

„Dafür bin ich ausführlich meine mentale Erinnerungsbank von Musikern durchgegangen, mit denen ich gespielt hatte oder die ich sonst wie kannte“, sagte Righton. Dabei hätte durchaus geholfen, bereits seit Mitte der Nullerjahre in der Londoner Musikszene unterwegs sein. Erste Kandidaten hätte er nur „sehr vorsichtig und vertraulich“ auswählen können. Unter dem Diktat eines „Non Disclosure Agreements“ (Verschwiegensheitspflicht) hätte er die Fühler nach Leuten ausstrecken können, die eventuell in Frage kämen.

„Man musste nicht nur ein überdurchschnittlicher Musiker und Profi sein, es braucht Gefühl, Charakter und Groove. Es ging um Persönlichkeiten und Menschen mit Stil. Wenn man sich ABBA-Filmmaterial aus den 70ern anschaut, dann waren sie stets brillant und hatten großartige Mitmusiker.“

Letztlich hätte die Herausforderung viel Spaß gemacht, weil es ihn auch als Fan interessiert habe. „Diese Band musste genauso gut sein wie die ursprüngliche Besetzung.“

Gitarrist Dom John aus East London erinnerte sich an das erste Mal, als er ABBA bei den Proben traf. Plötzlich wären Björn Ulvaeus und Benny Andersson aufgetaucht, um ihm ein wenig auf die Finger zu schauen. „Wir haben einen ihrer Songs gespielt, und ich habe beide Gitarrenparts gespielt. Sie sahen sich nur an und sagten: ‚Äh ja, vielleicht brauchen wir doch keine zwei Gitarren‘ – und gingen dann wieder weg, ohne Hallo oder so zu sagen.“

Vom „NME“ angesprochen, für welchen Zeiträumen er persönlich dieses Engagement plane, antwortete er nur: „Einige Jahre, vielleicht. Man wird sehen!“

Sarah Burrell, verantwortlich für Synthies und Piano, erinnert sich an den entscheidenden Anruf, dass sie dabei sein durfte: „Wie im Traum. Am Anfang konnte ich gar nicht sagen, ob das echt war!“ Es folgten endlose Proben, bis alles saß und die Formation soweit eingespielt war. „Es war jedenfalls ziemlich nervenaufreibend, vor Benny Keyboards zu spielen“, so Burell. Eine hohe Anforderung an Qualität und Empathie, die auch ihre Kollegen immer wieder betonen.

 

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Eine ganz eigene Geschichte erzählt Electropop-Sängerin Little Boots, die ebenfalls Mitglied der London-Crew ist. Sie verpasst die Premiere und die ersten Shows, weil ihr Baby just in dieser Zeit zur Welt gekommen ist. „Unglaubliche Eröffnungsnacht für ABBA Voyage, die auch erste Nacht als Mama war“, schrieb sie auf Instagram. „Bin sooo glücklich, bald meine unglaubliche Bandfamilie zu unterstützen, die es super gemacht hat!“

Sie könne es kaum erwarten, mit auf der Bühne zu stehen. „Ich bin so stolz darauf, ein Teil dieses bahnbrechenden Projekts zu sein, das so vielen Menschen Freude bereiten wird. Geht und seht euch diese Show an! Ganz besonders, wenn ich aus dem Mutterschaftsurlaub zurück bin. Es wird euer Leben verändern.“