AC/DC, Blur, U2 …10 Gründe, sich auf die zweite Jahreshälfte zu freuen!


von

Gibt es eigentlich noch Trend-Scouts? Vermutlich nicht. Es gibt ja auch keine Trends mehr. Jedenfalls keine, die aus jedem Auto dröhnen und es in den „Stern“ schaffen. Britpop und Drum’n’Bass, Minimal Techno und Weird Folk, Dubstep und Hair Metal, ganz zu schweigen von Glam, Ska, Punk, Wave, Progressive, House, HipHop, Gothic und Grunge: Auf der Weltkarte des Pop gab es viele Farben und Königreiche, manche wurden nach kurzer Zeit wieder abgelöst und ver­schwanden, manche wurden erst mächtig, dann mythisch, andere lebten einfach fort, zu Mainstream geworden oder zu einer Liebhaberei für Spezialisten. Aber immer waren sie identitätsstiftend, immer einen Moment lang die Höhe der Zeit und immer sich abgrenzend gegen die Farben und Königreiche, die Trends und Szenen der anderen.

Und heute? Post-Post-Dubstep klingt nicht wirklich nach einer Jugendbewegung. Neben Mikroentwicklungen und großen Retrowellen gibt es in diesem Jahr vor allem eins: die Lust am Fusionieren. Das hatten wir ja schon mal, als gestandene Rockbands elektronisch werden wollten – U2 sind nur das prominenteste Beispiel. In der elektronischen Musik wiederum haben nach Jahren des puren Laptop-Gefummels Frauen wie Julia Holter das Genre mit einer Infusion klassischer Singer/Songwriter-Tugenden belebt. Und gerne darf heute auf Elektronik-Platten ein echtes Schlagzeug dabei sein. Analog und digital tun sich zusammen. Aber auch Elvis Costello mit den Roots, Damon Albarn mit Beduinen und Blur, Bono mit Danger Mouse. Und anderswo auf der Weltkarte des Pop arbeitet ein junge Band wie Gold Fields aus Australien an einer Versöhnung von Prog Rock und New Wave, macht die erstaunliche Angel Haze den aufregendsten und erschütterndsten HipHop der Stunde, kehrt nach langen Jahren mit Sebadoh eine der lautstärksten und einflussreichsten unter den weniger bekannten Rockbands zurück. Und Retro-Nostalgie? Ja, bitte, aber gerne mit Michael Douglas, dessen Liberace uns zu Tränen rührt. Alles verdammt gut, alles gleichzeitig.

Wir haben Lust auf Neues, auf das, was die nächsten sechs Monate bringen. Wir haben 20 Bands, Künstler, Schauspieler ausgesucht, von denen wir uns fürs zweite Halbjahr Großes erwarten – In unserer Galerie sehen sie die ersten zehn.