Bob Dylan bekommt nicht nur ein Museum, sondern auch eine Microsite


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Bob Dylan wird ein Museum, das „Bob Dylan Center“ in Tulsa, Oklahoma gewidmet, Eröffnung ist Dienstag (10. Mai). Dylan selbst wird, laut „Billboard“, nach aktuellem Stand nicht zur Eröffnung kommen und soll auch bei einem vorherigen Besuch der Stadt – trotz Einladung – kein Interesse an der Ausstellung gezeigt haben.

Bob Dylan ist das Museum „vielleicht peinlich“

„Ich möchte ihm nichts in den Mund legen, was er nicht selbst gesagt hat. Ich kann nur vermuten, was der Grund ist. Vielleicht fände er es peinlich“, rätselt Museumdirektor Steven Jenkins. Er würde sich zwar wünschen, Dylan eines Tages im Museum begrüßen zu dürfen, rechne aber nicht damit. „Ich glaube, er interessiert sich eben für die Arbeit, die er gerade macht, und nicht für das, was er schon getan hat“, so Jenkins.

Das Museum soll neben einem immersiven Filmerlebnis auch einen Aufführungssaal und ein Studio bieten. In diesem sollen Besucher*innen selbst als Produzenten aktiv werden und verschiedene Elemente in Dylans Lieder mixen können. Außerdem soll es eine Route geben, auf der unterschiedliche Stationen Dylans Karriere dargestellt sind. Insgesamt soll das Archiv des Museums mehr als 100.000 Objekte umfassen.

Bob-Dylan-Museum sollte kein „Eitelkeitsprojekt“ werden

Laut Jenkins soll der Musiker bereits früh erkannt haben, dass sein Werk von historischem Interesse sein könnte. Aus diesem Grund hätte er Kisten voller Artefakte aufbewahrt, die unter anderem Fotos und handgeschriebene Songtexte beinhalten. Diese verkaufte er 2016 an die George Kaiser Family Foundation, die auch schon das „Woody Guthrie Center“ in Tulsa betreibt.

Die Gestaltung des Museums sei ganz ohne die Direktion des Musikers ausgekommen. Dylan hätte über einen Sprecher den Kommentar zur Eröffnung des Museums sogar gänzlich abgelehnt – zur Erleichterung der Museumsmacher. „Wenn Bob uns gesagt hätte, was wir tun oder nicht tun dürfen, wäre uns das irgendwie wie ein Eitelkeitsprojekt vorgekommen“, sagte ein Beteiligter.

Neues Musikvideo zu „Subterranean Homesick Blues“ und Wayfarer-Filter

Doch es bleibt nicht nur bei dem Museum: Bob Dylan wurde außerdem kürzlich eine Microsite gewidmet. Darauf ist neben einem neuen Musikvideo zu seinem 1965-er-Hit „Subterranean Homesick Blues“ auch ein Foto-Filter zu finden, mit dem Fans über ihr Smartphone die „Wayfarer“-Sonnenbrille, für die der Künstler berühmt ist, „anziehen“ können.

Das Video entstand zum 60-jährigen Jubiläum des Musikers beim Label Columbia Records. Zur Feier der langjährigen Zusammenarbeit organisierte das Unternehmen die Produktion eines Musikvideo-Remakes. Der Clip spielt auf die Eröffnungssequenz der Dylan-Tour-Doku „Don’t Look Back“ von 1965 an.

Das Musikvideo ist ein Anspielung auf die Dylan-Doku „Don’t Look Back“

In den ersten Filmminuten des Dokumentarfilms steht Dylan in einem Londoner Hinterhof und hält Pappschilder in die Kamera. Auf diese hat er Schlüsselworte des Songtextes geschrieben und dort absichtliche Schreibfehler, Wortspiele und versteckte Witze eingebaut. Während des Songs blickt er stoisch in die Kamera und lässt ein Pappschild nach dem anderen auf den Boden fallen.

Diese Schilder wurden jetzt von zeitgenössischen Künstler*innen, Filmemacher*innen, Musiker*innen und Grafiker*innen neu designt. Für das Projekt konnten unter anderem Patti Smith, John Squire, Bruce Springsteen, Bobby Gillespie und Wolfgang Niedecken gewonnen werden. Alle Beteiligten und deren Beiträge können auf der Website eingesehen werden. 

Das Video können Sie sich hier ansehen:

Kürzlich wurde bekannt, dass Bob Dylan gemeinsam mit T Bone Burnett im Studio war. Letzterer möchte ein neues Tonträger-Format etablieren und nahm dafür mit Dylan Songs auf. Ein weiteres Projekt an dem der 80-jährige aktuell arbeitet, ist ein Buch, das dieses Jahr noch erscheinen soll.