Botschafter ehemaliger Sowjetrepubliken wollen das Lollapalooza Festival in Berlin verhindern

Botschafter von zehn ehemaligen Sowjetrepubliken fürchten, dass bei dem Festival im Treptower Park die Totenruhe der dort begrabenen Soldaten gestört würde.

Zehn Botschafter ehemaliger zehn Sowjetrepubliken wollen das am 10. und 11. September stattfindende Berliner Lollapalooza, wo im Treptower Park u.a. Radiohead, Kings Of Leon und New Order auftreten, noch in letzter Minute verhindern. Das berichtet die „Berliner Zeitung“. In einem Brief wandten sie sich an den Senat der Hauptstadt und beklagten darin die unmittelbare Nähe des Festivals zum sowjetischen Ehrenmal. Dort sind auch 7500 sowjetische Soldaten begraben. Eine Veranstaltung in solcher Dimension sei an diesem Ort unangemessen, inakzeptabel und störe Ehre und Andenken der Gefallenen, so die Botschafter.

Einmaliger Vorgang

Der Brief ist sowohl an Oliver Igel (SPD), den Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, als auch an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und an Innensenator Frank Henkel (CDU) gerichtet. Einen solchen Protest hat es bisher im Zusammenhang mit einem Musik-Festival in Deutschland noch nicht gegeben. Die Berliner Politiker werden gebeten, ihren politischen Einfluss einzusetzen, um einen anderen Ort zu finden.

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Sollte der Berliner Senat dem Protestschreiben Folge leisten, dann müsste umgehend ein Ausgleichsort gefunden werden, denn wegen bestehender Verträge wären bei einer Absage hohe Strafzahlungen fällig.

Im Umkreis des Berliner Senats heißt es laut „Berliner Zeitung“, dass man die Sorgen ernst nehme. Auch das Auswärtige Amt wurde deswegen eingeschaltet. Es gab bereits Gespräche mit Vertretern der Botschaften. Bei einem weiteren Treffen soll das Sicherheitskonzept im Detail besprochen werden.

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