Crocodiles im Interview: „Ein Bier, bitte!“

Helmut Katzenflugen ist Manager des Clubs „Ficken 3000“ in der Urbanstraße und ein neuer Freund der Kalifornischen Band Crocodiles – so erzählt das Quintett zumindest gerne. Während sie in einem Keller unter der U-Bahn Station Schlesisches Tor zwei Monate damit beschäftigt waren ihr Album zu schreiben – einem Keller voller rostiger Bierkühlschränke, AC/DC-Poster und beeindruckenden Spinnenexemplaren – sollen sie die Bekanntschaft mit Katzenflugen geschlossen haben und wurden von ihm fortan regelmäßig mit gekühlten Getränken verpflegt.

Das Ergebnis dieser Kellermonate in Kreuzberg und der Bekanntschaft mit Helmut Katzenflugen ist das Album „Endless Flowers„, das bis auf den Blumenstrauß auf dem Cover, den der junge unbekleidete Herr in den Händen hält, äußerst wenig mit Blumen zu tun hat.

Im Interview haben Brandon Welchez und Charles Rowell über ihre neue Liebe zu Berlin und die Aufnahmen zum neuen Album gesprochen.

Ihr habt während den Aufnahmen zu „Endless Flowers“ in Berlin gelebt. Was für eine Beziehung habt ihr währenddessen zu der Stadt aufgebaut. Handelt es sich eher um eine flüchtige Affäre oder ist es schon was ernstes?

Welchez: Oh, das ist definitiv eine sehr ernste Geschichte – wir haben eine sehr enge Bindung zu der Stadt aufgebaut. Wenn ich jemals reich werden sollte und das Geld dafür hätte, mir einen zweiten Wohnsitz aufzubauen, dann hier, mitten in Berlin. Die zwei Monate hier waren wirklich super.

Rowell: Ja, wir waren halt schon häufiger auf Tour kurz in Berlin und unser Label sitzt ja auch hier, wir wussten also schon, dass uns die Stadt gefällt, aber nun wird es uns noch einmal häufiger wieder hierhin treiben.

Ihr habt auch neue Freunde in der Stadt gewonnen, unter anderem Helmut Katzenflugen, allseits bekannt als Betreiber des Nachtclubs Ficken 3000. Eine besondere Bekanntschaft. Was verbindet euch?

Welchez: Ja er war ein Nachbar von uns und so hat man sich kennengelernt. Wir waren dann öfters mal bei ihm im Club zu Besuch – um was zu trinken, natürlich. Schon ein außergewöhnlicher Ort, was? (lacht)

Rowell: Und ein guter Typ.

In erster Linie wart ihr ja aber in der Stadt um euer neues und drittes Album „Endless Flowers“ aufzunehmen. Bei dem ihr einiges grundsätzlich anders gemacht habt, als bei den Vorgängern.

Welches: Ja, wir haben erstmalig zu fünft aufgenommen, weshalb wir es auch live einspielen konnten. Das war ein ganz anderes Gefühl als noch bei den Alben davor, es fühlte sich irgendwie echter an. Es lebt halt viel mehr das Gefühl auf, das du auch bei Konzerten hast. Du spielst als richtige Band.

Es gibt vereinzelt deutsche Zeilen auf dem Album. Sind das Sprachfetzen, die ihr während eures Aufenthalts hier aufgeschappt habt?

Welchez: Nein. Wir können eigentlich fast gar kein Deutsch. Auch jetzt nicht. Bloß so „Guten Tag“ und „Ein Bier, bitte“. Ich hätte gern mehr drauf, aber das war’s. Das bei „My Surfing Lucifer“ sind Zeilen, die ich auf Englisch geschrieben habe und die dann unsere Schlagzeugerin, die eigentlich aus Frankfurt kommt, übersetzt hat.

Auf dem Cover sieht man einen jungen unbekleideten Herren die Treppe runtersteigen. Darf man fragen wer das ist? Und warum er ausgerechnet Blumen in der Hand hält?

Welchez: Wer das ist, ist nicht so wichtig. Dass er da nackt zu sehen ist, ist doch einfach ein schöner Gegensatz zu den ganzen nackten Frauen, die es überall gibt. So könnte man das sehen.

Rowell: Oder vielleicht fanden wir es auch einfach nur witzig, jemanden Nackten auf das Cover zu packen. Wer weiß das schon. Und die Blumen – naja – vielleicht ein Gegensatz zu dem, was es auf dem Album dann zu hören gibt.

Crocodiles live:

Sa 08.09.2012 Berlin Festival (Berlin)

Di 11.09.2012 München (Feierwerk)

Mi 12.09.2012 Köln (Gebäude 9)

Fr 21.09.2012 Reeperbahn Festival (Hamburg)


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