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ROLLING-STONE-PORTRÄT

Glass Animals: Der Tipsy-Topsy-Sound der Stunde

Mutti war nicht begeistert. Der Sohn schmiss das Medizinstudium in Oxford hin, um mit seinen Kumpels eine Band zu gründen, obwohl sie vom Musizieren keinen Schimmer hatten. Dave Bayley, Sänger und Kreativkopf der Glass Animals, hält inne. Ein wunder Punkt? Er lacht. „Seine Mutter ist nun unser größter Fan“, sagt Schlagzeuger Joe Seaward. „Manchmal ruft sie an und fragt: ‚Was gibt’s Neues, Junge, was hab ich da auf Twitter gelesen?‘“

Die vier Twentysomethings sitzen mit studentischer Fluffigkeit in Jeans und T-Shirt da und bilden sich so gar nichts darauf ein, vor zwei Jahren mit ihrem von Studiocrack Paul Epworth (U2, Coldplay) höchstpersönlich produzierten Debütalbum, „Zaba“, Musikkritiker entzückt und 130 Konzerte gegeben zu haben.

Songwriting gegen die Schlaflosigkeit

Weil Bayley während seines Studiums an Schlaflosigkeit litt, tüftelte er nachts an Sounddesigns. Aus einer Bierlaune heraus zeigte er seinen Schulfreunden Seaward, Drew MacFarlane und Edmund Irwin-Singer zwei Songs, die er geschrieben hatte, und schlug vor, eine Band zu gründen. „Wir hatten keine Ahnung, wie irgendetwas geht“, sagt Seaward – und fügt mit unernstem Ernst hinzu: „Haben wir noch immer nicht.“ Das kann nur britischer Humor oder maßloses Understatement sein, denn mit „Zaba“ legten sie ein makelloses Debüt hin, dessen einzige Schwäche ist, dass es zu makellos erscheint. Ihre Beflissenheit war Überkompensation: „Weil anfangs niemand von uns ein Instrument spielen konnte, wollten wir uns bloß keinen Fehler erlauben“, erklärt Seaward.

Nach fünf im Urwald: Die Glass Animals live in London
Nach fünf im Urwald: Die Glass Animals live in London

In Anbetracht dessen ist erstaunlich, wie leger „Zaba“ daherkam: Der Sound pulsiert zwischen Indierock und Electro; das psychedelische Gebimmel und Geblubber wird geerdet durch tropische Trommeln, den Groove des R&B und die Herzklopfigkeit von TripHop. Bayleys hauchige Stimme fügt sich in das Mosaik des Arrangements. Wenn dem Mastermind ein Klang im Kopf vorschwebt, werkelt er so lange, bis er ihn reproduziert hat. Da kann es schon mal sein, dass er sein Kaninchen Xaver an einem Mikrofon knabbern lässt, das Klatschen von Backpfeifen aufnimmt oder das Glucksen von Wasser in einem hin und her geschwenkten Topf.

Redferns via Getty Images Redferns via Getty Images


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