Happy Birthday, John McVie!


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Fleetwood-Mac-Bassist John McVie befindet sich derzeit in Behandlung, weil bei ihm Krebs diagnostiziert wurde – die Band hatte deshalb ihre Tournee in Australien und Neuseeland abgesagt.

„We hope our Australian and New Zealand fans as well as Fleetwood Mac fans everywhere will join us in wishing John and his family all the best“, hieß es in einem Facebook-Statement der Band.

Vielleicht hilft es John McVie ja bei der Genesung, dass seine Exfrau Christine McVie wieder in die Band einsteigen möchte: „Ich mag es mit ihnen zusammen zu sein, mit ihnen Musik zu machen. Ich vermisse sie alle. Wenn sie mich fragen würden, wäre ich vermutlich sehr entzückt …aber das ist bis jetzt nicht passiert, also müssen wir abwarten und weitersehen“.

Wir gratulieren John McVie zum 68. Geburtstag und wünschen ihm eine vollständige Genesung.

Aus ROLLING STONE 5/2003:

Fleetwood Mac – Say You Will

Erstaunlich genug, dass Fleetwood Mac als Denkmäler des MOR, auch des AOR in den Annalen stehen, obwohl sie nur eine einzige bemerkenswerte Platte hervorbrachten, die auschließlich von Liebesknatsch und Querelen handelt Aber eben diese abgeschmackte Nabelschau, diese schmutzige Wäsche, dieser ganze eklige Beziehungsmüll begeisterte in den ausgehenden 70er Jahren eine Generation von Libertinage-Geschädigten und Scheidungsopfern, die auch beim Ansehen von „Kramer gegen Kramer“ ihr eigenes Scheitern beweinten.

Fleetwood Mac handelten von nichts anderem als ihrem legendären Drogenkonsum und der nicht minder legendären Promiskuität von Stevie Nicks. Die Frau, durch deren Nasenscheidenwand ein Lastwagen fahren könnte, hinterließ ihre fragmentarischen Song-Ideen stets ihrem alten Geliebten Lindsey Buckingham, der während ihrer Vakanz das vermutlich unhörbare Zeug aufbrezelte, das er dann mit Nicks‘ anderem alten Geliebten, dem Schlagzeug-Monument Mick Fleetwood, zu Musik verarbeitete. Den Rest schrieb er gleich selbst, und Christine McVie durfte auch mal komponieren. Ehemann John McVie stand schon immer auf der Payroll. Als Buckingham die Band mal verließ, funktionierte folglich nichts mehr.

Jetzt ist er wieder da, Christine McVie aber nicht mehr. Egal. Stevie hat wieder ihre Brosamen zurückgelassen, darunter das schwülstige Poem „Blume (9/11)“, das sie Rudolph Giuliani und den Feuerwehrmännern widmet. Buckingham schrieb seine kitschigen Liebeslieder und produzierte den ganzen Schamott. Wie stets ist ein guter Teil der viel zu vielen (18) Songs hübsch anzuhören. Am Ende sagen sich Stevie und Lindsey in je einem Song „Goodbye“, und die Nicks reimt sehr schlecht.

Alles in Ordnung also bei Fleetwood Mac. Auf einer ausklappbaren Doppelseite im Booklet sieht man die vier Musikanten in einem gemütlichen Wohnzimmer sitzen, Mischpult und Instrumente stehen herum. Stevie sitzt auf einem erhöhten weißen Stuhl und beißt in ein altertümliches Mikrofon, während Lindsey in Hauslatschen an der Gitarre zirpt. John McVie trägt Tenniskleidung, weiße Socken und ein Käppi und hängt über seinem Bass. Auf dem Tisch steht Mineralwasser.

Arne Willander

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