Verteidigung Johnny Depps: Amber Heards Aussage ist nichts als Schauspielerei


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Sexuelle Übergriffe, Prügelszenen, Todesangst. Auch am zweiten Tag im Zeugenstand führte Amber Heard die massive Vorwurfs-Chronik gegen ihren Ex-Ehemann Johnny Depp fort. Wie schon bei Depp eine „Zeugen“-Aussage in eigener Sache.

Ihre gestrigen Aäußerungen gipfelten in einer Szene, die sich zum Jahresende 2015 abgespielt haben soll. Einmal mehr ging es um einen Ausraster von Depp im Drogenwahn. „Ich war überzeugt, dass er mich jetzt umbringen wird“, sagte sie gegenüber den Geschworenen in Virginia. „Und er wird es nicht einmal merken“.

Sie sagte weiterhin, dass er mehrfach gedroht hatte, sie umzubringen, wenn sie ihn jemals wieder vor seinen Kindern in Verlegenheit bringen würde. So angeblich geschehen bei einem Vorfall auf Depps Privatinsel auf den Bahamas.

Im Hintergrund treibt derweilen das „Team Depp“ die eigene Prozess-Strategie fort, Amber Heard als notorische Lügnerin zu diskreditieren.

Johnny Depp

Ein Depp-Sprecher kommentierte den aktuellen Stand der Aussagen gegenüber dem US-Boulevardmagazin „TMZ“: „Ihre Ankündigung während der Eröffnungsplädoyers hat sich nun bewahrheitet: Amber sagte, sie wollte ‚die Performance ihres Lebens‘ in diesem Prozess liefern. Diese Vorhersage scheint sich nun zu bewahrheiten!“ Diese Einlassungen mit dem Vorwurf der „Schauspielerei“ lässt auf das kommende Kreuzverhör schließen.

Richterin Penney Azcarate verkündete nach Heards Aussage eine Prozesspause bis zum 16. Mai. Die kritische Phase wird danach mit den bohrenden Nachfragen vom „Team Depp“ beginnen. Die Schlussplädoyers sind nun für den 27. Mai 2022 vorgesehen.

Azcarate ermahnte die Jury, in der Zwischenzeit nichts über den Heard/Depp-Fall zu lesen, anzusehen oder anzuhören. Dazu gehören Fernseh-, Nachrichten- und Social-Media-Sites, betonte die Richterin. Angesichts der weltweiten und oftmals parteiischen Berichterstattung eine Forderung zur strengen Info-Diät: „Was Sie über diesen Fall erfahren, beschränkt sich auf das, was Sie in den vier Wänden dieses Gerichtssaals während des Verfahrens hören, okay?“

JIM LO SCALZO / POOL POOL/AFP via Getty Images