Johnny Depp gibt Autogramme und geht ins Studio: So lief die Nacht in Newcastle


von

Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit nur zwei Themen: Das 70. Kronjubliäum von Queen Elizabeth, das den Briten zwei Sonderfeiertage und landesweites „binge drinking“ beschert hat. Und das „Geheimgastspiel“ von Johnny Depp im Hohen Norden von England. An den Ufern des Flusses Tyne wurde er in Newcastle und der Schwesterstadt Gateshead gefeiert wie weiland Richard Löwenherz, nach seiner Rückkehr von den Kreuzzügen.

„Johnny Depp ist der beliebteste Mann von England“ kommentierte das US-Klatschportal „TMZ“ die nun aufgetauchten Bilder eines entfesselten Johnny-Mosh-Pits, der sich auf einem Konzert von Gitarren-Altmeister Jeff Beck (77) gebildet hatte. Den Cameo-Auftritt des vor Gericht siegreichen Piraten-Darstellers kündigte Beck mit einem Witzchen an: „Da ist jemand hier … Ihr wisst vielleicht nicht, wer es ist …“. Danach brachen alle Dämme.

Eine Wand aus Fans drängte sich gegen die Wellenbrecher vor der Bühne. Viele versuchten Depp zu berühren, als wäre er mindestens der neue Messias. Die Sicherheitskräfte kamen schwer ins Schwitzen, um die Meute in Schach zu halten.

Depp gab später genüsslich Autogramme und machte Selfies mit den einheimischen Gordies, bevor ihn die Securities schließlich final abschirmten. Auf dem Weg zurück ins Hotel muss er sich gefühlt haben, er hätte er gerade die Oscar-Verleihung oder eine Filmpremiere aus seiner Hollywood-Glanzzeit verlassen. „Wenn auch seine sonstige Karriere SO weiterläuft, könnten die Auftritte in Großbritannien ein kleiner Vorgeschmack auf das sein, was noch auf ihn zukommt…“, so „TMZ“.

Auch das für seine ruppigen Headlines bekannte UK-Boulevardblatt „Daily Mail“ war hin und weg. Triumph, Triumph – Endlich wieder ein richtiger VIP-Rock’n’Roller: „Jubel und Applaus, bevor er für eine Zugabe zurückkehrte, bei der Jeff Beck und er den Beatles-Song ‚A Day in the Life‘ spielten, der mit einer herzigen Umarmung endete“.

Interessant dabei, dass der Blitzbesuch in Newcastle keine zufällige Schnapsidee von Depp gewesen ist. Jeff Beck wusste dem Publikum zu berichten, dass sie sich vor fünf Jahren kennengelernt und gemeinsam an einem Album gearbeitet hatten, das „im Juli herauskommt“. Promotion und Heiligenverehrung gehen da Hand in Hand. Geistesbruder Beck entfuhr noch ein Schlusskommentar: „Aber wirklich, was hat er schon alles durchgemacht.“

Aus der „Tortur von Fairfax“ ist ein nicht Ende wollendes Bad in der Menge geworden. In Sachen „Gefühle & EInschätzungen“ blieb Depp gegenüber der britischen Blaulicht-Presse übrigens wortkarg. Er weigerte sich standhaft, Fragen zum Urteil im Verleumdungsprozess zu beantworten.