Johnny hätte es gemocht


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Vor zwei Jahren war John Martyn an einer Lungenentzündung gestorben, er wurde nur 60 Jahre alt. Nun wird der schottische Folk-Visionär und Gitarrenstilist, der mit Größen wie Nick Drake, Jimmy Page, Lee Scratch Perry und Phil Collins gearbeitet hat und trotz 20 Studioalben seit dem Jahr 1968 eher als ewig vakanter und privat gebeutelter Quergänger in die Pop-Historie eingegangen ist, mit einem ziemlich imposanten Tribute-Album geehrt. Die Doppel-CD Johnny Boy Would Love This, die am 16. August mit einem 40-seitigen Booklet erscheint, bündelt ganze 30 Neuinterpretationen, die stilistisch genau so breit gefächert sind wie Martyns beeindruckendes Œuvre.

Robert Smith transformiert Martyns Dream-Pop-Vision „Small Hours“ in das Gewand von The Cure, Beck nähert sich mit „Stormbringer“ seinem späten Klassiker „Sea Change“ an, und Martyns Landsleute Snow Patrol beladen die Folk-Introspektion „May You Never“ vom Klassiker „Solid Air“ mit ordentlich Indie-Pathos. Daneben sind unter anderem auch Butch Vig (Garbage), Lisa Hannigan, Vetiver, Paolo Nutini, Beth Orton, Vashti Bunyan und Phil Collins Songs auf dem Tribute-Album vertreten.

Einige der Songs kann man nun im Stream hören, Interessenten am Original sei einleitend die große Retrospektive „Ain’t No Saint“ aus dem Jahr 2006 empfohlen.

Robert Smith – „Small Hours“ vom Album „One World“ (1977):

Robert Smith – Small Hours (BBC 6 Music) by CoF 

Beck – „Stormbringer“ vom Album „Stormbringer!“ (1970):

Stormbringer (Beck) by RyanLeeDawes  

Paolo Nutini – „One World“ vom Album „One World“ (1977):

One World (Paolo Nutini) by RyanLeeDawes  

Snow Patrol – „May You Never“ vom Album „Solid Air“ (1973):

May You Never (Snow Patrol) by RyanLeeDawes 

Vetiver – „Go Easy“ vom Album „Bless The Weather“ (1991):

Go Easy (Vetiver) by RyanLeeDawes  

John Martyn hat mit „The Church With One Bell“ 1998 übrigens selbst auch ein Cover-Album veröffentlicht. Daraus „ Glory Box“, im Original von Portishead: