Highlight: Liebeserklärung an „American Beauty“

Kontroverses Interview: Morrissey fordert den „Spiegel“ zur Herausgabe des Mitschnitts auf

Morrissey bestreitet, dass gewisse Aussagen in einem Interview so gefallen sind, wie sie aufgeschrieben wurden. Der „Spiegel“ druckte ein Interview mit dem Sänger, das sich so interpretieren lässt, dass er Harvey Weinstein und Kevin Spacey – beide werden des mehrfachen sexuellen Missbrauchs bezichtigt – verteidigt. Außerdem, so steht es im Blatt, würde er Donald Trump töten, wenn er könnte.

In einem Facebook-Post stellt der 59-Jährige seine Sicht der Dinge dar. Er schreibt nun unter anderem: „Würde ich Donald Trump töten? Nein, niemals.“ Auch Spaceys „private Neigungen“ lehne er ab. Er greift nahezu alle kontrovers behandelten Themengebiete des Interviews auf, bis auf seine Aussage zu Berlin als „Vergewaltigungshauptstadt Europas“, die das Ergebnis einer Einwanderungspolitik sei.

„Die Printmedien“

In seinem Beitrag bekräftigt Morrissey, dass er nie wieder mit den „Printmedien“ sprechen werde. Die seien „vernarrt“ in ihre Sicht der Dinge und schrieben die Dinge so, wie sie sie sehen. Er selbst „mache den Unterschied aus“ zu all den Musikern, die „nichts zu sagen“ haben und so die Garantie eines Nummer-eins-Hits hätten.

Womöglich stilisiert Morrissey sich hier als Opfer der Medien, nach dem Motto: Wer eine kontroverse Meinung hat, wird dafür gegrillt. Pikant wird die Lage, da er, wie er in seinem Facebook-Post schreibt, den „Spiegel“ aufgefordert habe, ihm den Audiomitschnitt des Gesprächs zu übermitteln. Dies sei „verweigert“ worden.

Das wiederum muss aber auch nicht gegen den „Spiegel“ sprechen. Das Blatt rühmt sich damit, einst die Interview-Autorisierung in der deutschen Medienlandschaft eingeführt zu haben: Jeder Interviewpartner bekommt das Interview vor Veröffentlichung vorgelegt, um die eigenen verschriftlichten Aussagen zu prüfen.

Wenn das Magazin so gehandelt hat wie immer, müsste Morrissey die Abschrift gegengelesen und in der später gedruckten Form abgenickt haben.

Die „Spiegel“-Autorin hat auf Twitter angekündigt, dass der Audiomitschnitt veröffentlicht werde:

Morrissey auf Facebook:


Liebeserklärung an „American Beauty“

Wer hätte je gedacht, dass es möglich sein könnte, wegen einer Plastiktüte zu weinen? „American Beauty“ rührt immer noch zu Tränen, auch 20 Jahre nach dem Kinostart. Das liegt daran, dass diese geradezu paradigmatische Tragikomödie mit Feingefühl und Sprüchen, die gezielten Boxschlägen gleichen, eine Riesenportion Melancholie über ihre Figuren ausschütten lässt und ihnen genüsslich dabei zuschaut, wie sie sich, mehr schlecht als recht, freischwimmen. Natürlich ist Lester Burnham, diese vom Leben kleingestampfte Wiederkehr von Wladimir Nabokovs Humbert Humbert, der sich vom amerikanischen Traum gelinde gesagt verarscht fühlt und nun wie ein pubertierender Teenager dagegen ankämpft, ein armes Würstchen. („Sehen sie…
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