ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Von genial bis gaga: Zehn Musikerzitate

Kontroverses Interview: Morrissey fordert den „Spiegel“ zur Herausgabe des Mitschnitts auf

Morrissey bestreitet, dass gewisse Aussagen in einem Interview so gefallen sind, wie sie aufgeschrieben wurden. Der „Spiegel“ druckte ein Interview mit dem Sänger, das sich so interpretieren lässt, dass er Harvey Weinstein und Kevin Spacey – beide werden des mehrfachen sexuellen Missbrauchs bezichtigt – verteidigt. Außerdem, so steht es im Blatt, würde er Donald Trump töten, wenn er könnte.

In einem Facebook-Post stellt der 59-Jährige seine Sicht der Dinge dar. Er schreibt nun unter anderem: „Würde ich Donald Trump töten? Nein, niemals.“ Auch Spaceys „private Neigungen“ lehne er ab. Er greift nahezu alle kontrovers behandelten Themengebiete des Interviews auf, bis auf seine Aussage zu Berlin als „Vergewaltigungshauptstadt Europas“, die das Ergebnis einer Einwanderungspolitik sei.

„Die Printmedien“

In seinem Beitrag bekräftigt Morrissey, dass er nie wieder mit den „Printmedien“ sprechen werde. Die seien „vernarrt“ in ihre Sicht der Dinge und schrieben die Dinge so, wie sie sie sehen. Er selbst „mache den Unterschied aus“ zu all den Musikern, die „nichts zu sagen“ haben und so die Garantie eines Nummer-eins-Hits hätten.

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Womöglich stilisiert Morrissey sich hier als Opfer der Medien, nach dem Motto: Wer eine kontroverse Meinung hat, wird dafür gegrillt. Pikant wird die Lage, da er, wie er in seinem Facebook-Post schreibt, den „Spiegel“ aufgefordert habe, ihm den Audiomitschnitt des Gesprächs zu übermitteln. Dies sei „verweigert“ worden.

Das wiederum muss aber auch nicht gegen den „Spiegel“ sprechen. Das Blatt rühmt sich damit, einst die Interview-Autorisierung in der deutschen Medienlandschaft eingeführt zu haben: Jeder Interviewpartner bekommt das Interview vor Veröffentlichung vorgelegt, um die eigenen verschriftlichten Aussagen zu prüfen.

Wenn das Magazin so gehandelt hat wie immer, müsste Morrissey die Abschrift gegengelesen und in der später gedruckten Form abgenickt haben.

Die „Spiegel“-Autorin hat auf Twitter angekündigt, dass der Audiomitschnitt veröffentlicht werde:

Morrissey auf Facebook:

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Für Killers-Sänger Brandon Flowers bleibt Morrisey trotz Rechtsruck der Größte

Von der Jugend wurde Morrissey lange verehrt. Er war das Aushängeschild für eine bis dahin unterrepräsentierte Form männlicher Sentimentalität und war mit seinen gefühlvollen Texten eine wichtige Stimme der 80er Jahre. Doch in letzter Zeit schockierte der 60-Jährige mit alles andere als revolutionären, fortschrittlichen Aussagen und bekannte sich als Unterstützer der weit rechts stehenden Kleinpartei „For Britain“. Von Musikerkollegen wird mit Morrissey seither unterschiedlich umgegangen. Einige Künstler distanzierten sich deutlich von ihm und ihrer Zusammenarbeit mit dem Sänger. Viele andere stellen sich nun jedoch hinter den in Ungnade Gefallenen und plädieren dafür, den Musiker Morrissey von dem Morrissey mit fragwürdigen…
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