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Kritik: Stephen King – „The Outsider“


von

Stephen King – Das Ranking

61. „The Outsider“ („Der Outsider“, 2018)★★½

Dieser Roman mutet wie eine Lawine an, der Rutsch beginnt in der Mitte der Erzählung – und reißt dann alles in ein Loch. Nicht gut. Und dafür ist ausgerechnet Holly Gibney verantwortlich, die vielleicht beste Frauenfigur Stephen Kings, die beste unter den vielen sonst so schlechten Frauenfiguren Kings, die ja deshalb oft so unterentwickelt bleiben, weil sie ihre Entwicklung stets nur als Emanzipation von patriarchalischen Männern durchlaufen dürfen.

Gibney aber ist anders. Sie macht die Dinge von Anfang an so, wie sie will – ohne Absicherung gegenüber, oder Abarbeitung an einem Mann. Hausfrau Jeannie Anderson etwa sagt zu ihren Mann Ralph, dem Polizisten, immer schön zu Kapitel-Ende, zum harmonischen Tagesabschluss: „Das hier kannst Du nachher im Bett machen“, „Und jetzt iss Deine Spiegeleier“, „Du brauchst keine Sandwiches zu besorgen. Ich koche was“ – alles zur Wiederherstellung der Arbeitskraft des Hausherrn.

Der Titel, eigentlich ein abgeranzter, ist so genial wie neuartig für Stephen King. Weil der Titel erstmals in die Irre führt. Auch bis dahin macht er alles richtig. Der wegen eines Sexualmordes an einem Kind festgenommene Terry Maitland wird vom beliebten Baseball-Coach zum Mordverdächtigen – eben dem „Outsider“. Augenzeugenberichte, vor allem aber DNA-Spuren sprechen dafür. Und doch ist nicht er der Täter, sondern einer, der wie er ist. Der „Outsider“: eine neue Figur, deren Identität sich erst in der zweiten Romanhälfte offenbart. Ein Shift von einem im Mittelpunkt stehenden Haupt-Charakter zu einem anderen, auch das gab es in der schon mehr als 40 Jahre währenden Karriere Kings nicht.

Der Tod des – echten – Terry Maitlands ist ein spektakulärer Marion-Crane-Moment, dem die ebenso erschreckend inszenierte, wie unerwartete Auslöschung der gesamten Familie „seines“ Opfers folgt. Aber auch hier legt King eine falsche, grandiose Fährte. Der 17-jährige Ollie Peterson, dessen Bruder so bestialisch getötet wurde, ist tapfer, doch wird er sich von seinem Zorn übermannen lassen, was sein Ende bedeutet. King auf traumwandlerischer Spur.

„Der dunkle Turm“ mischt mit

Dass Holly mit großer Selbstverständlichkeit vom „Outsider“ spricht, eine Titulierung wählt, die im Horror-Genre keine Genese hat, aber hier so benutzt wird, als hätte dieses Monster eine Tradition wie Werwolf und Vampir, trifft einen natürlich wie ein Schlag in die Magengrube. „Er ist nicht in der Hölle. Er bringt die Hölle“ – solche Sätze zählen zu den wenigen Höhepunkten einer so sicher gestarteten Geschichte, die sich am Ende doch nur der unzählige Male durchexerzierten Mär vom Kinderfresser annähert, der sich, als bräuchte der Mythos des „Outsiders“ eine fundierte Basis, auch noch auf das „Ka“ aus dem „Dunklen Turm“ beruft.



J.K Rowling blockt Stephen King bei Twitter, weil er Trans-Frauen unterstützt

Nachdem J.K. Rowling vermehrt transphobe Äußerungen getwittert hatte, distanzierte sich nahezu der gesamte „Harry Potter“-Cast von der Autorin. Als dann Autor und Kollege Stephen King Rowlings Tweet öffentlich retweetete, schien der 54-Jährigen zumindest von einem Kollegen Zuspruch zuzustehen. Doch kurz darauf blockte sie King. Am Sonntag zitierte die Autorin die feministische Schriftstellerin Andrea Dworkin, was ihr den Retweet von King einbrachte. Stephen King: „Transsexuelle Frauen sind Frauen“ „Männer reagieren auf die Worte von Frauen – beim Sprechen und Schreiben – oft, als wären es Gewalttaten; manchmal reagieren Männer auf die Worte von Frauen mit Gewalt“, zitierte J.K. Rowling. Dann fügte…
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