Highlight: Oscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1980 bis 2020 im Ranking

Stephen King: Die besten Bücher – Plätze 80 bis 71

Stephen King – Das Ranking

81. „The Talisman“ (mit Peter Straub, 1984, deutsch: „Der Talisman“) ★ ½

Manpower deluxe! Die lebende Nummer eins und die lebende Nummer zwei der Horror-Literatur brüten gemeinsam, so wollte es der Verlag, so hat es der Verlag angekündigt, „das größte Horrorbuch aller Zeiten“ aus. PR-Budget: für damalige Verhältnisse unerhörte 550.000 Dollar. Nach Erscheinen des Romans hat bis heute keiner mehr gewagt, solche „Mega-Mega“-Ankündigungen zu machen – aus dem „Talisman“-Fehler hat die Welt offenkundig gelernt.

Die Geschichte ist Kraut und Rüben, eine seltsame „Herr der Ringe“-Variation. Der zwölfjährige Jack Sawyer will seine krebskranke Mutter heilen und muss dafür Amerika von Ost nach West durchtrampen – schneller geht das, indem er in eine märchenhafte Parallelwelt rüberwechselt („flippen“), wo die Menschen mittelalterlich mit Zaubertränken hantieren, die Ritter das sagen haben und man sich vor Werwölfen fürchtet. Antagonist ist Jacks „Onkel“, der Industrielle Morgan Sloat (das wäre ein toller Harry-Potter-Name!), der einst den Vater des kleinen Jungen getötet hatte, und der in den so genannten „Territorien“ nicht nur ein Betriebsfeld für seine Waren sieht, sondern die Königin sterben lassen  will um sich selbst zu krönen. Es ist die Geschichte des amerikanischen Kolonialismus, die King und Straub neu erzählen wollen: Die Entdecker und Kaufleute wollen das Neuland sogleich für sich einnehmen.

Aber Sloat ist nicht die einzige schematische Figur. Der Roman liest sich nicht wie ein Roman, sondern wie ein Aneinanderreihung von Ideen zweier Autoren. Es gibt den schwarzen armen Hausmeister, der sich als weiser Mann entpuppt; in der Mitte der Erzählung die von der Straße abweichende Geschichte eines Waisenhauses, die von einem gewalttätigen religiösen Fanatiker geleitet wird; pädophile Anhalter, denen sich Jack widersetzen muss; und mit dem labilen, weinenden Werwolf „Wolf“ die wahrscheinlich unsympathischste Figur, die jemals dem King-Kosmos entsprungen ist. Eine Start-Ziel-Geschichte, deren Ende man schon in der Mitte des amerikanischen Kontinents ersehnt, und deren Parallel-Universum kein Eigenleben entfaltet.



Oscars: Alle „Bester Film“-Gewinner von 1980 bis 2020 im Ranking

40. „Braveheart“ (1995) https://www.youtube.com/watch?v=1NJO0jxBtMo Dass das Kostümdrama über den schottischen Widerstandskämpfer William Wallace heute auf YouTube vor allem in Goof-Videos zu sehen ist, also Filmfehler dokumentiert werden, Autos im Bild, Armbanduhren usw., muss nicht unbedingt für die schlechte Qualität des Streifens stehen. Kann passieren. „Braveheart“ ist als Action-Film nicht mal unbedingt schlecht. Aber er ist eben kein „Bester Film“. Was den in den USA lebenden Australier Mel Gibson an der Rolle des Nordbriten gereizt haben könnte? Die Aufopferung seiner Figur, der Tod für die Freiheit seines Volkes? Held spielen. Pathos brachte halt Oscar, gleich zwei, für den „Besten Film“ und…
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