Led Zeppelin und Rock-Exzesse? Viel davon ist nur Übertreibung!


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Led Zeppelin haben die Rockmusik mit ihrem Spiel und Gestus in den 70ern entscheidend geprägt. Dabei schwang immer auch der manchmal etwas strenge Geruch des Exzesses mit. Klar, Rock’n’Roll hat eben seine ganz eigenen Mythen. Aber stimmen die auch zwangsläufig mit der Realität überein? Der ehemalige Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant hat da so seine Zweifel.

Im Interview mit Lauren Laverne von BBC 4 reagierte er nachdenklich auf die Frage nach dem Zwang zum Hedonismus. „Es war manchmal sehr hart, ein Teil davon zu sein“, so Plant. „Ich glaube, die Intensität von dem, was wir erlebten, und das Fehlen einer Struktur waren sehr schwierig. Wir haben uns in die eine oder andere Richtung bewegt, und ich fand vieles davon ziemlich anstrengend.“

Robert Plant: Was man so hört, ist oft übertrieben

Die Einschätzung des Musikers, der seit vielen Jahren eine Solokarriere pflegt, die durchaus Überraschungen für ihn und seine Hörer bereithält (zuletzt die wunderbare Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit Sängerin Alison Krauss), ist dabei stark geprägt von seinem eigenen Wandel.

Plant: „Ich kann es alles nicht mehr fassen, ich bin so weit davon entfernt. Man kann in den Medien ein paar Dinge lesen, aber es war so weit weg von dem, wie es wirklich war. Das Beste ist wohl, sich zu vergegenwärtigen, dass vieles davon einfach eine unglaubliche Übertreibung war, und dann konnten wie vor allem auch alles hinter uns lassen und eine neue Perspektive gewinnen und so erwachsen werden.“

Mit dem mutwilligen Zerstreuen von großen Rock-Erzählungen hat es der 73-Jährige anscheinend nicht schwer, selbst wenn sie ihm zum Image-Nachteil gereichen könnten. Zuletzt räumte er aber erst einmal mit der Vorstellung auf, dass es zwischen den Beatles und den Rolling Stones in den 60ern eine Fehde gegeben haben könnte. „Sie kennen sich seit 1963 und lieben sich wie bescheuert“, sagte er. Case is closed.