Mick Jagger veralbert Berliner Flughafen BER


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22.000 Zuschauer feierten in Berlin den Abschluss des Europa-Teils der „Sixty“-Tour der Rolling Stones. Ein denkwürdiger Auftritt, den die Band ganz bewusst als Erinnerung an den Krawall-Auftritt 1965 gewählt hatten.

Damals musste der Gig nach 20 Minuten abgebrochen werden, weil die Randale nicht mehr zu kontrollieren war. Die Stones hatten ihren Ruf weg. Die Waldbühne wurde im Grunde von den wütenden Zuschauern zerlegt. Anders als damals sind die Auftritte der Stones heute fast Wellness für die Hörer, die natürlich kommen, um eine der besten lebenden Live-Bands zu sehen. Und auch auf den britischen Humor der Stones rechnen dürfen.

Keith Richards in Anspielung an das Chaoten-Konzert: „Es ist immer etwas ganz Besonderes, hier in Berlin zu sein. Du weißt nie, was passieren wird …“

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Mit noch etwas mehr Schalk im Nacken plauderte Mick Jagger in hübschem Bröckeldeutsch mit dem Publikum. Er lobte Berliner Currywurst mit Schuss. Heißt: mit Pfefferminzlikör (auch bekannt als „Berliner Luft“). Jagger: „Nach funf Schnapsen war mein Deutsch perfekt.“

Und dann gab es auch noch einen schönen Seitenhieb auf den Berliner Flughafen, der viel zu lange gebaut wurde und am Ende um ein Vielfaches teurer wurde. Bezahlt vom Steuerzahler, natürlich. Jagger süffisant: „Was für ein Schnäppchen für 7 M-I-L-L-I-A-R-D-E-N Euro.“

Der 79-Jährige schwärmte auch vom „9-Euro-Ticket“, mit dem er durch die Stadt gefahren sei (was wiederum auf Instagram, wo er seine Visite der Stadt mit einem Foto vor dem Brandenburger Tor untermauerte, kaum erkennbar wurde) und als bekennender Shakespeare-Fan schloss er die große, möglicherweise sogar letzte Sause der Stones mit den Worten: „Es war ein Sommernachtstraum. So ein toller Abend.“

INA FASSBENDER AFP via Getty Images