Noel Gallagher: „Ich bin gar nichts Großartiges. Wirklich!“


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Am Freitag erscheint “ Noel Gallagher’s High Flying Birds„. Für unsere Oktoberausgabe flog Birgit Fuß nach London, um mit dem Musiker über sein Album zu sprechen, natürlich aber auch über die Trennung von Oasis und Bruder Liam. Das gesamte Interview gibt es natürlich in der 204. Ausgabe des ROLLING STONE.

Wie wohl fühlen Sie sich heutzutage als Sänger?

Ich sehe mich selbst nicht als großartigen Sänger. Ich bin auch kein großartiger Gitarrist. Ich bin gar nichts Großartiges. Wirklich! Aber ich bin in verschiedenen Bereichen gut. Es gibt ein halbes Dutzend Dinge, die ich gut kann. Wenn man die alle verbindet, kommt etwas richtig Gutes dabei raus. Im Studio denke ich nicht darüber nach, wie ich singe, ich mache es einfach. Ich will mich nicht in eine Liga mit diesen beiden stellen, aber: Sagen wir, dass Bob Dylan ein großartiger Sänger ist? Nein. Sagen wir, dass Neil Young ein großartiger Sänger ist? Manchmal. Na also. Ich bin ein Songwriter, der seine eigenen Songs singt, und das war’s. Ich behalte immer das gesamte Bild im Auge. Ich hocke nie im Studio und denke: Okay, ich muss es den Leuten zeigen. So bin ich nicht, so bin ich als Mensch nicht. Ich bin nicht so unsicher, weil ich nicht finde, dass ich etwas zu beweisen habe.

Also keinerlei Rachegedanken?

Ich verstehe, dass das wie eine tolle Geschichte klingt. In jedem Interview läuft es darauf hinaus: dies versus Beady Eye. Aber die sind eine Rock’n’Roll-Band. Sie haben sich dem Rock’n’Roll verschrieben – falls so etwas existiert. Und ich bin ich. Es gibt keinen Wettbewerb. Meine Songs sind wichtiger als das. Wichtiger als Wettbewerb oder Rache oder Chart-Positionen oder all dieser Scheiß. Ich gebe zu, dass früher Chart-Positionen und all das manchmal wichtiger waren. Darunter hat dann auch das Songschreiben ein bisschen gelitten, weil ich mir ein bisschen zu viele Sorgen gemacht habe. Jetzt mache ich mir keine Sorgen mehr.

Müssen Sie wohl auch nicht. Die ersten Konzerte, die Sie angekündigt haben, waren innerhalb von Minuten ausverkauft.

Ja, aber um ehrlich zu sein: Es sind keine großen Gigs. Ich habe schon größere Partys gegeben! Also wollen wir mal auf dem Boden bleiben. Ich hoffe bloß, die Leute kommen nicht, um eine Show zu sehen. Es gibt nämlich keine Show, nicht wie bei Oasis. Keine blinkenden Lichter oder einen Sänger, der unbeweglich dasteht. Hoffentlich reichen die Songs für einen gelungenen Abend. Und wenn nicht, wird es eben eine sehr kurze Tour.

Mit seinen Videos erzählt Gallagher Geschichten: Wo „If I Had a Gun“ den Prolog zu „The Death of You and Me“ bildet, ist „AKA… What a Life“ die Fortsetzung der Handlung. Katy Perry’s Ehemann Russell Brandt spielt den gruseligen Voodoo-Magier, der die unschuldige Kellnerin verzaubern möchte und seine Entourage dazu ausschickt. Natürlich ist Noel zur Stelle, um die Seele des Mädchens zu retten.

Übrigens werden ab heute 16.00 Uhr bis Donnerstag zu selben Uhrzeit die ersten fünf Songs des Albums auf der Webseite gestreamt. Die zweite Hälfte der Songs gibt’s dann morgen um 16.00 Uhr zu hören.

Noel Gallagher’s High Flying Birds, Aka..what a life! from Marco Nelson on Vimeo.