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Peaches: „Warum haben Männer solche Probleme mit ihren Ärschen?“


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Peaches Christ Superstar HAU Theater Berlin, Germany June 1, 2010 (PHOTOS CREDIT: HOLGER TALINSKI / WHAT ELSE IS IN THE TEACHES OF PEACHES)
Peaches Christ Superstar im HAU Theater Berlin. (PHOTO CREDIT: HOLGER TALINSKI, hello@holgertalinski.de / WHAT ELSE IS IN THE TEACHES OF PEACHES)

Sich der eigenen Verstörung stellen

Der Dreh geht so: Jeder, der sich eingesteht, dass er die fordernde weibliche Sexualität von Peaches verstörend findet, müsste sich konsequenterweise fragen, warum das so ist. Bei YouTube findet man unter ihren Videos neben den üblichen Liebes- und Hassbekundungen auch Kommentare wie „This is WRONG“ oder „Scared of her, scared of being raped!“. Viele Menschen finden es einfacher, Peaches als comichaften Sex-Maniac oder als feministische Krawall-Lesbe abzutun (für alle, die es wissen müssen: sie ist bi-sexuell), als sich ihrer Verstörung zu stellen.

Sogar ihre erste große Plattenfirma, Sony, versuchte anfangs hilflos, die als Merrill Nisker in Toronto geborene Popkünstlerin als verruchte Techno-Sirene zu verkaufen. „Meine Version von ,Set It Off‘ schien ihnen nicht radiotauglich genug, also ließen sie einen Remix anfertigen und luden einen deutschen Mainstream-Regisseur ein, das Video zu drehen“, erzählt sie über ihre zweite Single. Im fertigen Clip sieht man sie zum ballernden Eurodance von Tobi Neumanns „Radio Mix“ zwischen knutschenden und fummelnden Models auf einer Club-Toilette tanzen. Für den kurzen CG-Effekt im Mittelteil, bei dem ihr plötzlich Achsel- und Schamhaare aus dem pinkfarbenen Bikini sprießen, musste sie schwer kämpfen. Sie gewann und verlor: Sony entließ sie kurz nach der Fertigstellung aus dem Vertrag und forderte angeblich sogar das bereits investierte Geld zurück.

Alle Zeichen stehen auf Retrospektive

Nicht zuletzt dank der Mundpropaganda berühmter  Fans wie Björk, Marilyn Manson, Michael Stipe und Yoko Ono kann Peaches bis heute gut ohne Major-Label leben. Wenn man eines ihrer Konzerte besucht, ahnt man, dass die queere Community Peaches auch dann immer noch feiern würde, wenn sie seit „Teaches Of Peaches“ keine neue Musik mehr aufgenommen hätte. Das Debüt erschien vor 15 Jahren, mit „Rub“ kommt Ende September, sechs Jahre nach dem letzten Album, ihr fünftes Werk auf den Markt. „

Ich mache einfach immer weiter, ich möchte auch mit 90 noch auf der Bühne stehen.“ In diesem Jahr wird sie 47, und alle Zeichen stehen bereits auf Retrospektive.
Vor einigen Monaten erschien ihr autobiografisches Musical „Peaches Does Herself“ auf DVD, eine farbenfrohe Tanzrevue, in der sie in aufwendigen Kostümen (unter anderem einem goldenen Bodysuit mit steil abstehendem, im Show-Finale explodierendem Penis) die Höhepunkte ihrer Karriere nacherzählt.

HOLGERTALINSKI@YAHOO.DE


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