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Plattenläden: Die Dealer unseres Vertrauens – es geht wieder aufwärts!

Wie ist es überhaupt möglich, dass es heute noch Plattenläden gibt? Im Internet findet der Kunde so gut wie alles, nicht selten zu Kampfpreisen. In Sekundenschnelle lässt sich auf Plattformen wie Discogs der weltweite Bestand an japanischem Noisecore ermitteln oder der Wert seltener Krautrock-Veröffentlichungen miteinander vergleichen.

Viele Labels verkaufen direkt über die hauseigene Homepage, und da die Handelsspanne entfällt, billiger als der Plattenhändler um die Ecke (der natürlich in den seltensten Fällen wirklich um die Ecke liegt). Und als wäre das nicht genug, hat die Nutzung von Streaming-Portalen enorm angezogen.

Spotify zählt mittlerweile neben Amazon und iTunes zu den erfolgreichen digitalen Musik-Anbietern, musikalisches Weltwissen ist dort nur einen Klick entfernt. Von allen Seiten wird den Plattenläden das Wasser abgegraben, bald gibt es keine mehr – sollte man meinen. Die Realität sieht überraschend anders aus.

Das letzte Aufbäumen ist nicht eingetroffen

„Plattenläden verkaufen wieder mehr“, titelt der Bundesverband Musikindustrie in seinem Jahresbericht 2014. Mit einer Umsatzsteigerung um 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte der totgesagte Handelszweig sich erneut behaupten. „Das letzte Aufbäumen der Plattenläden, wie es schon vor ein paar Jahren prophezeit wurde, ist nicht eingetroffen“, resümiert Marcus-Johannes Heinz vom Fachhandelsverband Aktiv Musik Marketing (AMM).

„Anfang der Nullerjahre gab es einen bereinigenden Prozess mit etlichen Schließungen. Die Situation der Plattenläden ist seitdem an manchen Orten schwierig, aber insgesamt hat sich die Lage stabilisiert. An der Zahl der Anbieter hat sich in den vergangenen fünf Jahren nichts geändert, und wenn einer schließt, öffnet bald wieder ein neuer.“

Für die Überlebenden hat AMM vor sechs Jahren die Plattenladenwoche ins Leben gerufen. Als Reaktion auf den Record Store Day soll sie nachhaltigere Ergebnisse liefern, als ihnen nur einen Tag im Jahr die Bude durch Lock­angebote vollzumachen. „Es geht uns um das Schaffen von Öffentlichkeit mit Live-Events und Werbung, die nichts mit Limited Editions zu tun hat“, so Heinz.

Ein härterer Überlebenskampf als früher

Der „Medienfacheinzelhandel“, wie der Platten­laden von der deutschen Gesellschaft für Konsum­forschung (GfK) genannt wird, hat die Unterstützung nach wie vor nötig. 2014 machte sein Anteil am Gesamtmarktumsatz nur 1,6 Prozent aus. Elektrofachmärkte erwirtschafteten dagegen 22,9 Prozent des Umsatzes, über E-Commerce-Plattformen wie Amazon wurden sogar 31,7 Prozent erreicht.



Doris Day und „Que Sera, Sera“: Das ist die Bedeutung ihres größten Hits

„Que Sera, Sera“ (Auch: Whatever Will Be, Will Be) wurde 1956 von Ray Evans und Jay Livingston geschrieben und war gedacht als wichtiger Teil in Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wußte“. Dort wurde er von Doris Day gesungen, die nach einer ersten Musikkarriere Furore in Hollywood machte. Warner Bros. nahm sie unter Vertrag und ließ sie Ende der 1940er bis Mitte der 1950er in zahlreichen Kassenschlagern neben anderen Hollywood-Stars wie Cary Grant, James Garner oder Rock Hudson spielen. Schließlich selbst ein Star geworden, entschied sie eigenständig über ihre Filmstoffe und wählte Hitchcock aus - auch weil er ihr in…
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