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„Rebel“-Star Katey Sagal im Interview: „Das Wort ‚älter‘ ist schon okay“


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Die 67-jährige Schauspielerin und Musikerin Katey Sagal kann mittlerweile auf ein halbes Jahrhundert Karriere in der Filmindustrie zurückblicken. Der Durchbruch gelang ihr als Peg Bundy in der Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ (1987-1997). Mit Stilettos, Leo-Print und auftoupierter roter Glamour-Mähne avancierte sie zur Anti-Hausfrauen-Stilikone.

Peg zeigt nämlich nicht nur keinerlei Ambitionen, den traditionellen Verpflichtungserwartungen der Hausfrau nachzugehen. Permanent sexuell unbefriedigt und des öfteren die Kreditkarten überziehend, liefert sie sich auch einen ständigen Schlagabtausch mit ihrem Ehemann Al Bundy. Als Synchronsprecherin in der Sci-Fi-Serie „Futurama“ (1999-2013) des „Simpsons“-Schöpfers Matt Groening lieh sie der toughen lilahaarigen Zyklopin Leela ihre Stimme. Und in der Drama-Serie „Sons of Anarchy“ (2008-2014) verkörperte Sagal die gleichsam skrupellose als auch einfühlsame Matriarchin eines Motorradclubs.

Rechtsanwaltsgehilfin kämpft gegen Konzernriesen

Mit Rebel spielt Katey Sagal nun ihre erste Hauptrolle in der gleichnamigen „Disney+“-Produktion von Krista Vernoff. Die Dramedy ist an die biografische Geschichte Erin Brokovichs angelehnt. Rebel, die Protagonistin, ist eine äußerst dynamische und zielstrebige Rechtsanwaltsgehilfin ohne Jura-Abschluss. Als sie erfährt, dass tausende Menschen schwerwiegende Symptome durch eine Herzklappe des Pharmakonzerns „Stonewall“ entwickeln, ist sie fest entschlossen die Vertuschung des Skandals aufzudecken und den Betroffenen und ihren Familien zu helfen. Dass der Rechtsstreit gegen einen Konzernriesen eine zehrende Sache ist, ist selbsterklärend. Rebel sieht sich zur gleichen Zeit aber auch der Schwierigkeit gegenübergestellt, ihren bedingungslosen Einsatz für Menschenrechte mit ihrem Familien- und Privatleben auszubalancieren.

Trailer zu „Rebel“:

Im Interview haben wir uns mit Katey Sagal über die Bedeutung ihrer ersten Hauptrolle, Ageism, also der Diskriminierung aufgrund des Alters, in Hollywood und den gesellschaftlichen Druck, der auf berufstätigen Frauen lastet, unterhalten.

In einem Interview sagten Sie einmal, dass Sie sehr viele Komödien gespielt haben und Sie sich in diesem Genre bereits bewiesen haben – und daher nach neuen Herausforderungen suchen. Auf welche Art und Weise hat Ihre Rolle in „Rebel“ Sie herausgefordert?

Es war auf sehr viele Arten herausfordernd. Erstens: Sie ist der Star der Show. Eine Gelegenheit, die sich Frauen nicht so oft bietet. Das war eine interessante Situation für mich. Ihr Antrieb und und ihre Ansichtsweisen sind nicht unbedingt unterschiedlicher als meine, aber viel aggressiver. Ich persönlich gehe die Dinge in meinem Leben ein wenig entspannter an und bin eher diplomatisch. Rebel funktioniert anders — sie ist ein bisschen unverschämt, kann penetrant sein und sagt dir gleich ins Gesicht, wie sie die Dinge sieht. Und vor allem akzeptiert sie kein Nein. Wenn sie etwas beobachtet, das sie ungerecht findet, dann beharrt sie auf ihrem Punkt.

Wenn um es weibliche Hauptrollen geht, kommt es noch immer am häufigsten vor, dass die Figuren und Schauspielerinnen in ihren Zwanzigern oder Dreißigern sind und dann höchstens noch in ihren Vierzigern. Danach hört es im Grunde weitläufig auch schon auf. Denken Sie, dass Rebel in diesem Sinne heraussticht, als erfahrenere Frau?

Und vor allem als ältere Frau. Das Wort „älter“ ist schon okay! Ja, es gab definitiv nicht viele Frauen in einer solchen Position. Das ist eine weitere Sache, die ich sehr wichtig finde. Ageism ist eines der Probleme, wenn es um das Thema Diversität geht: Dass Rollen für oder über ältere Frauen nicht unbedingt geschrieben werden, während gleichzeitig die Welt ganz anders aussieht. Ich bin sehr glücklich darüber, die demographische Verteilung im dem Sinne besser zu repräsentieren. Männer haben häufig die Gelegenheit ältere Rollen zu spielen, während man das bei Frauen nicht beobachten kann. Wie du sagst, wir sind nicht nur in unseren Zwanzigern, Dreißigern, Vierzigern — sondern in unseren Fünfzigern und Sechzigern. Ich war sehr stolz auf ABC (Produktionsabteilung von Disney), dass sie da auch bei ihrem Konzept geblieben sind. Vor allem Erin und Krista Vernoff waren sehr interessiert daran, eine altersgemäße Schauspielerin zu engagieren. Und ich bin sehr glücklich, einen Teil zur diverseren Repräsentation mit meiner Rolle beizutragen.

In der Serie steht Rebel dem Problem gegenüber, ihr Arbeitsleben und die Familie auszubalancieren. Sowohl sie als auch ihre Kinder durchleben Schwierigkeiten damit. Denken Sie, die Serie kommentiert so auch den gesellschaftlichen Druck, der auf berufstätigen Frauen mit Familie lastet?

Ich denke, ja! Rebel hat — wie viele Frauen, die ich kenne — einen leidenschaftlichen Antrieb für ihre Arbeit. Und zur gleichen Zeit liebt sie ihre Kinder, will ein Familienleben, ebenso wie ihr eigenes. Wir alle jonglieren damit. Und es ist eine äußerst schwierige Jonglage. Interessant an Rebel ist, dass wir die Makel an allem sehen. Wir sehen verärgerte Kinder, die erwachsen geworden sind und sich erinnern: Mum war nicht zum Abendessen da, Mum war nicht auf meiner Schul-Veranstaltung. Und zur selben Zeit nehmen sie sich ein Beispiel an ihr. Als Erwachsene werden sie Arzt oder Anwältin, um der Allgemeinheit zu helfen. Sie nehmen also auch auf, wofür ihre Mutter einsteht, vernachlässigen es aber auch an Stellen in der Serie. Ich denke es ist wunderbar, dass man auch Rebels Schwächen sieht. Sie war dreimal verheiratet, sie hat Probleme in ihrem Privatleben, weil sie immer ihre Arbeit vorne anstellt. Es ist sehr wahrhaftig an den Erfahrungen angelehnt, die Frauen machen. Ich habe so viele Freundinnen, die sich in dieser Situation befinden, aber ihre Familie nicht aufgeben wollen. Persönlich kann ich nur sagen, ich bin eine viel bessere Mutter, gerade weil ich meine Arbeit nicht aufgegeben habe. Ich bin eine glücklichere Person, was wiederum bessere Eltern ausmacht.

Inwieweit kann Rebel ein Rollenvorbild besonders für jüngere Zuschauer*innen sein?

Ich denke, die Show bietet einen Altersquerschnitt, in der sich alle wiederfinden können. Rebel hat in der Serie eine sechzehnjährige Tochter, eine dreißigjährige Tochter und einen Sohn, der 35 ist. Du siehst diese Beziehungen der Charaktere zueinander und wie sie beeinflusst wurden, dadurch, dass sie in einer Familie groß geworden sind, die sehr „out of the box“ ist. Es gibt sehr viel mitzunehmen, vor allem für Jüngere, denn es ist eine Show für und über Familie. Also spielt auch die Dynamik der jüngeren Charaktere eine große Rolle.

Katey Sagal im Video-Interview mit ROLLING STONE:


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