Dashboard Confessional „All The Truth That I Can Tell“


Hidden Note/AWAL (VÖ: 25.2.)


von

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit verspricht diesmal nicht nur der Bandname, sondern auch der Albumtitel „All The Truth That I Can Tell“. Wer jetzt aber auf schockierende Geständnisse, auf sensationelle Enthüllungen hofft, wird enttäuscht.

Ehrlichkeit heißt für Chris Carrabba zuzugeben, dass er gescheiterten Beziehungen hinterhertrauert („Burning Heart“), dass er einige Entscheidungen bereut, die er in der Vergangenheit getroffen hat (Titelsong), dass er seine Familie liebt („Me And Mine“), dass er findet, dass man das Leben leben soll („ Here’s To Moving On“), und dass er trotzdem ziemlich sentimental wird, wenn er daran zurückdenkt, wie es war, jung zu sein: „I was young/ And you were young/ And we had young ideas/ And they were brilliant“, verrät er in „Young“.

Das Ehrlichste an dem Album ist die Schlichtheit der Arrangements

Carrabba ist 46 Jahre alt, auf dieser Platte klingt er aber wie ein viel älterer Mann, der wehmütig sein Leben Revue passieren lässt. Und das Ehrlichste an dem Album ist eigentlich die Schlichtheit der Arrangements, die oft nicht mehr zu bieten haben als schrammelnde Akustikgitarren.


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Ein Meilenstein der Independent-Musik, erweitert um Peel Sessions und Remixes


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