Garland Jeffreys The King of In Between


India/Rough Trade VÖ: 04. Mai 2012

Über die eigene Vergänglichkeit zu singen und dabei doch mit jeder Silbe, Note und Vokal-Nuance dieses Leben hier zu feiern – also das Schwere leicht zu machen, aber nicht lächerlich –, das  ist eine große Kunst. Garland Jeffreys führt sie mit seinem ersten Album nach grotesk langer Pause auf einsame Höhen. „I did reverse the hear se“, verrät der König der feinen (Falsett-)Phrasierung im trotzigen Rocker „I’m Alive“, und verliert später selbst mit einer Akustik-Gitarre „In God’s Waiting Room“ nicht den Humor: „The Staple Singers will be present in my very last dream, fingers at my funeral on guitars turned up to sixteen.“ Und mittenmang “ ’Til John Lee Hooker Calls Me“ als stilechter Boogie-Klopfer mit Akkordeon.

Konkurrenzlos ist in dieser superben Co-Produktion mit Larry Campbell auch nach wie vor Jeffreys’ Gespür für griffige Off-Beats. Da ist das bläserbeschwingte und doch unheilvolle „All Around The World“, der näher an Dub gelehnte Wah-Wah-Reggae „The Beautiful Truth“, die nostalgische Ska-Liebeserklärung „Roller Coaster Town“. Und die Philly-Funk-Reminiszenz „Streetwise“ dürfte Curtis Mayfield auf Wolke 7 eine Freudenträne bescheren, allein für das Streicher-Arrangement.

„Don’t wanna die on stage, with a microphone in my hand“, hatte Jeffreys gleich im dicht-drängenden „Coney Island Winter“ klargestellt, das die Boardwalk-Tristesse vor der Haustür auch als Metapher für größeres Ungemach nimmt. „Twenty-two stops to the city“, wiederholt er beschwörend. Ja,  dieser Garland Jeffreys singt natürlich auch wieder mal – oder mit 68 immer noch  – über sein New York. Ein leidenschaftlicher Heimatdichter, der nicht vergisst, die Welt zu umarmen. Damit hat er sogar  Lou Reed einiges voraus – der  im Abgesang auf „The Contortionist“ ein paar Do-Do-Do-Do’s beisteuern darf. Grandios.


Studie beweist: Freddie Mercury ist der größte Rock-Sänger aller Zeiten

Ganz gewiss hat Freddie Mercury, der 1991 verstorbene Sänger von Queen, eine der wiedererkennbarsten Stimmen der Rockmusik-Geschichte. Ohne sein grelles Vibrato wären Songs wie „Bohemian Rhapsody“, „We Are The Champions“, „Radio Gaga“ und „A Kind Of Magic“ vermutlich immer noch großartige Songs, aber eben nur halb so eindringlich. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Österreich, Tschechien und Schweden tat sich deshalb schon vor einigen Jahren zusammen, um mit empirischem Besteck herauszufiltern, warum die Stimme von Mercury so einzigartig ist. Die Köpfe der Studie publizierten ihre Ergebnisse in der von Queen-Anhängern wohl eher weniger frequentierten Fachzeitschrift „Logopedics Phoniatrics Vocology“. Wichtigste Erkenntnis: Das…
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